Betis ohne antony: brasilien-star kämpft allein gegen schmerzen

Der Rasen auf Luis del Sol war am Mittwoch leer – zumindest an der Stelle, wo Antony sonst dribbelt. Während seine Teamkollegen bei der ersten Einheit nach der Niederlage in San Mamés wieder in die Spur fanden, verschwand der Flügelflitzer durch eine Seitentür ins Fitnesszentrum. Kein Fototermin, kein Interview, nur ein leiser Aufschrei, wenn die Übungsleiter die Adduktoren dehnen. Der Brasilianer hat die Schnauze voll von Schmerzen, die ihm seit Wochen die Explosivität rauben.

Der pubis ist sein peiniger

Der pubis ist sein peiniger

Die medizinische Abteilung des Betis hat für Antony einen Mikrozyklus entworfen: zweimal täglich Kraft, einmal Pool, dazwischen manuelle Therapie und ein Protokoll, das jede Drehung misst. Das Ziel ist klar: bis zum Showdown gegen Espanyol in der Cartuja soll der 24-Jährige wieder Vollgas geben können. Die Zahlen sprechen für sich – fünf Tore, sieben Vorlagen in 21 Ligaspielen –, aber die letzten drei Partien war er nur noch Schatten seiner selbst. Kein erfolgreiches Take-On, keine Schlüsselpass, stattdessen verkrampfte Gesichtszüge nach jedem Sprint.

Trainer Manuel Pellegrini nutzt die Länderspielpause als Operationsfenster. Ohne die sieben Abgeordneten in ihre Nationalteams kann er individuell arbeiten, hat jeden Einzelnen auf dem Radar. Dabei fällt auf: Giovani Lo Celso absolvierte bereits 30 Minuten mit der Gruppe, feiert sein Comeback schrittweise. Isco hingegen trabt weiter alleine seine Runden, und Aitor Ruibal, frisch aus Bilbao mit Muskelproblemen, muss am Donnerstag ins MRT. Die Belastungssteuerung wird knapp, denn nach Espanyol warten Seville-Derby und die Endphase der Europa-League-Qualifikation.

Die Uhr tickt. Antony weiß, dass er diese Woche die Basis legt, um im April die Defensiven zu vernichten. Sonst bleibt nur der Trost der Physiotherapie-Pool-Platzhalterrolle – und das ist für einen Jungen, der aus den Favelas kam, keine Option.