Berrettini kehrt zurück: geduld als schlüssel zum comeback
Monte Carlo – Matteo Berrettini, der italienische Tennisstar, kämpft sich zurück an die Spitze des Weltsports. Nach einer schwierigen Phase voller Verletzungen und Selbstzweifeln scheint der 30-Jährige nun endlich den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Sein Fokus liegt auf Geduld – ein Gut, das ihm traditionell nicht innewohnt.

Doppel-erfolg als auftakt
Berrettini startete in Monte Carlo mit einem beeindruckenden Doppel-Sieg an der Seite von Vavassori. Bolelli fehlte aufgrund des Todes seines Vaters, was die Trauer und Solidarität im Team unterstrich. Dieser Erfolg konnte den Druck vor seinem Einzel-Debüt gegen Bautista Agut etwas mindern.
Der Italiener gestand, dass die letzten Monate nicht einfach waren. „Ich habe meine Zweifel gehabt, aber die Liebe zum Tennis hat mich immer wieder aufstehen lassen“, erklärte er. Es sei wichtig gewesen, die Perspektive zu ändern und jeden Moment auf dem Platz zu genießen, ohne sich von den Erwartungen überwältigen zu lassen.
Die Weltrangliste ist eine Herausforderung: Mit Platz 90 ist die direkte Qualifikation für die Grand Slams gefährdet. Berrettini blickt jedoch optimistisch auf die Vergangenheit zurück: „Ich war im März 2024 noch Platz 142. Ein Comeback in die Top 30 ist möglich, wenn ich geduldig bleibe.“
Ein entscheidender Faktor für seinen Aufschwung ist die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Tennisprofi Jonas Björkman und Alessandro Bega. „Wir haben ein ideales Team aufgebaut, das mich auf meinem Weg unterstützt“, so Berrettini. Er betont, dass er sich im Training wohlfühlt und auf das Ziel fokussiert ist, wieder an die Spitze zurückzukehren.
Die Erinnerung an seine Wimbledon-Finale von 2019 ist noch lebendig. „Es bleibt das wichtigste Ergebnis meiner Karriere, der höchste Punkt. Ich habe mich diesem Niveau verdient, war damals zu Recht der Nummer 6 der Welt.“
Die Herausforderung liegt nun darin, Konstanz zu finden. „Im Training läuft es gut, aber im Match fehlt es noch an Kontinuität“, räumt Berrettini ein. Er ist jedoch zuversichtlich, dass er mit harter Arbeit und der Unterstützung seines Teams seine Ziele erreichen kann. Ein Sieg gegen Bautista Agut würde ihm das Selbstvertrauen für das nächste Match gegen Medvedev geben.
Berrettini spricht offen über die Bedeutung der mentalen Stärke. „Es braucht einen Moment, einen Klick, um wieder in Fahrt zu kommen. Man muss erkennen, dass die Ergebnisse aus harter Arbeit entstehen.“
Die neue Generation: Er schätzt die Unterstützung der jüngeren Spieler wie Musetti und Cobolli. „Es freut mich zu sehen, dass sie mich als Ansprechpartner betrachten. Wir sind eine starke Truppe und helfen uns gegenseitig.“ Die italienische Tennislandschaft erlebt derzeit eine Blütezeit, mit vier Spielern unter den Top 20 der Welt.
Berrettini blickt voller Zuversicht in die Zukunft. Mit Geduld, harter Arbeit und der Unterstützung seines Teams ist er bereit, zurück an die Spitze des Weltsports zu kehren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Italiener seine Ziele erreichen kann – und ob seine Geduld auf die Probe gestellt wird.
