Bernabéu-banner wird zur lachnummer: parodien überschlagen sich!
Madrid – Ein gigantisches Banner mit dem Bild von Real Madrids Präsident Florentino Pérez und dem Slogan „Mucha historia por hacer“ (Noch viel Geschichte vor uns) sollte die Macht und den Erfolg des Vereins demonstrieren. Stattdessen hat es in kürzester Zeit eine Flut von satirischen Memes und digitalen Bearbeitungen ausgelöst, die das Banner in ein Objekt der öffentlichen Spott versetzten. Die Reaktion der Social-Media-Nutzer zeigt, dass selbst die größten Vereine nicht vor Ironie und Humor gefeit sind.

Die kreativsten parodien im überblick
Das Originalbanner, das auf die sieben Champions-League-Finalsiege unter Pérez (Glasgow, Lissabon, Mailand, Cardiff, Kiew, Paris und London) anspielt, wurde von den Nutzern von X (ehemals Twitter) und Instagram auf humorvolle Weise umgedeutet. Eine der am weitesten verbreiteten Versionen ersetzt die Städte der Finals durch die Namen der Schiedsrichter, die diese Spiele leitete – Collina, Rizzoli, Kuipers, Brych, Orsato, Marciniak und Turpin. Der Slogan wurde dabei zu „Mucha historia por robar“ (Viel Geschichte zum Stehlen) geändert, wobei Pérez mit einer schwarzen Jogginghose eines Einbrechers dargestellt wird. Ein Schlag ins Gesicht für den Präsidenten?
Eine weitere Parodie zeigt Anas Laghrari, einen bekannten spanischen Influencer, der Florentino Pérez wie eine Marionette an Fäden steuert. Die Städte der Champions-League-Finals bleiben erhalten, der Slogan bleibt derselbe. Doch die Botschaft ist klar: Eine subtile Kritik an der vermeintlichen Kontrolle hinter den Kulissen. Die Kreativität kennt keine Grenzen, wie eine dritte Version beweist, die den Slogan durch „Quiero un Barça fuerte“ (Ich will einen starken Barça) ersetzt – ein Verweis auf eine Aussage Pérez’ über die Notwendigkeit eines starken Rivalen für die Wettbewerbsfähigkeit der Liga.
Doch damit nicht genug. Eine weitere Meme-Variante listet eine Reihe von Kritikpunkten an Pérez’ Amtszeit auf, darunter unerschwingliche Ticketpreise, gekaufte Stimmung, unbegleitete Reisen für Fans, fehlende sportliche Planung, ein Stadion für Touristen, die Unterstützung eines „starken und freundlichen“ FC Barcelona, finanzielle Schwierigkeiten und eine Vielzahl von geplanten Konzerten. Die Bilanz liest sich alles andere als rosig.
Die letzte, aber nicht minder virale Parodie, prangert schlichtweg die Größe des Egos des Präsidenten an: „No me cabe el ego en este edificio“ (Mein Ego passt nicht in dieses Gebäude), ergänzt durch den Untertitel „Muchos socios por reubicar“ (Viele Mitglieder müssen umgesiedelt werden). Der @soymadridista-Account auf X wies darauf hin, dass die Aktion an eine ähnliche Kampagne von Joan Laporta bei den Wahlen des FC Barcelona im Jahr 2020 erinnere. „Was eine Lona bewirkt, ist, eine Fabrik für Memes zu werden“, so der Kommentar.
Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Parodien verbreiteten, zeigt, wie schnell sich eine Marketingkampagne ins Gegenteil verkehren kann. Pérez’ Versuch, seine Erfolge zu feiern und die Zukunft zu versprechen, endete in einem digitalen Schlamassel. Die Fans haben gesprochen – und sie lachen.
