Bensebaini rettet kovac mit zwei elfern: bvb dreht 0:2 gegen hsv in 180 sekunden
Elf Minuten reichten. Elf Minuten, in denen der BVB vom Abstellgleis in die Champions-League-Ränge katapultiert wurde – und zwar buchstäblich mit dem Ellbogen. Ramy Bensebaini verwandelte zwei Strafstöfe, Serhou Guirassy schob das 3:2 nach, und plötzlich jubelte wieder ein ganzer Block Gelb-Schwarzer, der 75 Minuten lang nur noch gepfiffen hatte.
Was für eine Achterbahn im Westfalenstadion. Philip Otele ließ Dortmund mit einem strammen Linksschuss aufschreien, Albert Sambi Lokonga legte nach einem katastrophalen Ballverlust von Daniel Svensson das 0:2 nach. Die Kurve verstummte, Niko Kovac kaute seine Kaugummi halb durch. Der eingewechselte Felix Nmecha vergab noch den Anschlusselfer aus dem Punkt – und dann? Dann drehte der Algerier den Spielfilm.
Kovacs halbzeit-rede war ein donnerschlag
Der Coach hatte Adeyemi und Reggiani rausgenommen, Guirassy und Chukwuemeka reingeworfen. „Wir haben die erste Hälfte verschenkt, das war ein Offenbarungseid“, sagte er später. Die Worte wirkten. Plötzlich stand der BVB höher, presste den HSV in dessen Hälfte ein. Die Hamburgern, bis dato sicher wie eine Bank, begannen zu stolpern. Ein Handspiel, ein Foul – beide Male Bensebaini, beide Male kalt verwandelt. Die 73. und 84. Minute wurden zur Befreiung.
Der HSV? Vom sicheren 2:0 zum 2:3 – das ist der Abstiegsdrama-Klassiker. Trainer Merlin Polzin sprach von „Kindsköpfigkeit in der Schlussphase“, Kapitän Heuer Fernandes flüsterte: „Wir haben uns selbst zerlegt.“ Für die Hamburger bedeutet die Niederlage den Rückfall auf Platz 16, während Dortmund zumindest die Europa-League-Plätze wieder in Reichweite hält.

Bayern-lücke bleibt, aber die seele ist zurück
Die Meisterschaft ist weiter ein frommer Wunsch – zwölf Punkte Rückstand auf München, zwei Spiele weniger, dazu das Aus in Pokal und ChampionsLeague. Doch nach diesem 3:2 ist klar: Die Mannschaft hat sich selbst wieder gefunden. Guirassy sprach von „Befreiungsschlag“, Bensebaini von „Rache für all die Pfiffe“. Und Kovac? Der lächelte zum ersten Mal seit Wochen. „Wir haben bewiesen, dass wir noch zubeißen können“, sagte er. Die Fans sangen bis in die Nacht hinein – und wer weiß, vielleicht reicht es ja doch noch für Europa. Die Saison ist nicht vorbei, solange der BVB so spielt.
