Bellingham auf der bank: fehlentscheidung von ancelotti?
Madrid – Ein Raunen ging durch das Bernabéu, als die Aufstellung bekannt wurde: Jude Bellingham, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, saß auf der Bank. Trainer Carlo ancelotti hatte sich für Thiago Alcántara entschieden, eine Entscheidung, die sich letztendlich als fragwürdig erwies. Arbeloa hatte vorab in der Pressekonferenz noch erklärt, dass das Team mit Bellingham besser sei und er Einsatzzeit bekommen würde – ein Versprechen, das nicht gehalten wurde.

Thiago und valverde unterlegen, güler blass
Die Folge war ein kämpferisch zwar engagiertes, aber taktisch und spielerisch unterlegenes Real Madrid. Thiago Alcántara fand nicht in Tritt, Valverde wirkte blass und ohne die gewohnte Durchschlagskraft. Auch der junge Güler, der mit großem Einsatz hinter die deutsche Abwehr stürmte, konnte nicht verhindern, dass die Bayern das Spiel dominierten. Es ist leicht, im Nachhinein zu urteilen, aber die Energie und das Spielverständnis, das Bellingham in der zweiten Halbzeit einbrachte, hätten von Beginn an im Zentrum des Geschehens wirken sollen.
Bellinghams Einfluss war spürbar, als er eingewechselt wurde. Ein brillanter Steilpass auf Mbappé in einer Konter-Situation zeigte sein Potential, und er brachte frischen Wind ins Spiel. Er schaltete sich ins Offensivspiel ein, gewann Bälle zurück und sorgte für mehr Dynamik im Mittelfeld. Seine Anwesenheit gab dem Team neuen Auftrieb, auch wenn es am Ende nicht für die Wende reichte.
Die Sperre von Tchouaméni für die Rückbegegnung in München wird eine weitere Herausforderung darstellen. Seine fehlende Fairness, wie er selbst betonte, ist bedauerlich. Gleichzeitig bietet die Rückkehr von Mendy, der sich im Training wieder den Anschluss erkämpfte, eine willkommene Möglichkeit, die Defensive zu verstärken. Huijsen hatte ein schwieriges Spiel, und die Konkurrenz durch Militao, der ebenfalls erste Einsatzminuten sammelte, ist groß.
Die Hoffnung ruht nun auf dem Rückspiel. Ein weiteres Mal wird Bellingham eine Schlüsselrolle spielen müssen, um das Ruder zu wenden. Seine Fähigkeit, ein Spiel zu lesen und zu beeinflussen, ist unbestritten. Ob Ancelotti seine Lehren aus dieser Partie zieht und ihn von Beginn an ins Spiel wirft, bleibt abzuwarten. Die Ausgangslage ist schwierig, aber mit Bellingham im Team ist alles möglich.
