Bellandi triumphiert in tbilisi: judo-sensation in der provinz!
Alice Bellandi, das Ausnahmetalent aus Brescia, hat am vergangenen Wochenende Geschichte geschrieben. Mit ihrem Sieg bei der Europameisterschaft in Tbilisi reiht sie sich in die Riege der größten Judo-Legenden ein – und das, obwohl in Italien kaum jemand von ihrer Leistung mitbekommt. Ein magischer Moment für die junge Athletin, die mit ihrer Bescheidenheit und ihrem unbändigen Kampfgeist begeistert.

Von den capriolen auf der matte zu olympischem glanz
Wer hätte gedacht, dass die unbeschwerten Pirouetten einer kleinen Alice auf der Judomatte in Brescia einst zu solch überwältigenden Erfolgen führen würden? Der Judo-Lehrer Franco Cappelletti säte den Samen der Begeisterung, und Alice entwickelte schnell eine unstillbare Leidenschaft für diesen Sport. Es begann mit einfachen Übungen, mit Lachen und dem kindlichen Wunsch, höher zu springen als alle anderen. Doch hinter der spielerischen Leichtigkeit verbarg sich schon immer das Herz einer Kämpferin.
Bellandi ist nicht nur Europameisterin, sondern auch Welt- und Olympiasiegerin – eine Leistung, die ihresgleichen sucht. Sie wird oft mit den größten Namen des Judo verglichen, und das zu Recht. Doch sie selbst scheint sich dieser außergewöhnlichen Position kaum bewusst zu sein. „Es ist surreal“, gesteht sie bescheiden. „Ich frage mich, wie das möglich sein kann.“
Die italienische Nationalmannschaft feierte in Tbilisi einen historischen Erfolg. Neben Bellardis Triumph gab es Gold für Gennaro Pirelli, Bronze für Asya Tavano und Odette Giuffrida. Eine Leistung, die zeigt, dass Italien im Judo auf dem Vormarsch ist. Doch während im Fußball die Krise herrscht, scheint der Erfolg der Judoka kaum Beachtung zu finden. „Es ist frustrierend“, sagt Bellandi. „Wir gewinnen Medaillen, aber es wird kaum darüber berichtet. Im Ausland kennen sie uns besser als in Italien.“
Ihre Reise war alles andere als einfach. Bellandi hat Rückschläge erlebt, mit Depressionen und Essstörungen gekämpft. Doch sie hat sich immer wieder aufgezogen, gestärkt durch den Glauben an sich selbst und die Liebe ihrer Partnerin Jasmine Martin. „Jasmine gibt mir das Gleichgewicht und die Ruhe, die ich brauche“, so Bellandi.
Die Zukunft? Keine Gedanken an Los Angeles 2028. Bellandi konzentriert sich auf die kommenden Welt- und Europameisterschaften. „Es gibt noch so viel zu tun“, sagt sie voller Elan. Und wer weiß, vielleicht wird sie ja doch noch zu einer der größten Sportlerinnen Italiens – und endlich die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.
Nach dem Triumph in Tbilisi steht nun eine wohlverdiente Pause an: Ein Urlaub auf Island wartet. Doch eines ist sicher: Alice Bellandi wird auch in Zukunft mit Leidenschaft und Hingabe für den Judo-Sport kämpfen – und dabei vielleicht sogar die Fußball-Nation Italien ein wenig neidisch machen.
