Belgien: garcia warnt vor zu viel erwartungshaltung an lukaku

Dortmund – Die belgische Nationalmannschaft steht vor ihrer WM-Mission, und Trainer Rudi Garcia versucht, die Erwartungen rund um Stürmerstar Romelu Lukaku zu dämpfen. Während die Hoffnung groß ist, dass Lukaku nach schwierigen Monaten beim SSC Neapel wieder zu alter Stärke findet, mahnt Garcia zur Geduld und betont, dass er nicht sofort in der Startelf stehen wird.

Die wm-ambitionen belgiens: ein neuanfang?

Die wm-ambitionen belgiens: ein neuanfang?

Nach Jahren als eine der Top-Nationen im Weltfußball ist Belgien bei dieser WM in Katar nicht mehr unter den Top-Favoriten zu finden. Garcia sieht darin eine Chance, dem Druck zu entkommen und sich neu zu definieren. „Wir wollen uns zunächst für die nächste Runde qualifizieren – das wäre schon eine Verbesserung gegenüber 2022. Danach sehen wir, wie weit wir kommen können“, so der Coach.

Die Konkurrenz ist groß, mit Teams wie Frankreich, Spanien, Argentinien, England und Brasilien, die ebenfalls um den Titel kämpfen. Garcia betont, dass Belgien nicht mehr die Mannschaft ist, die jahrelang die FIFA-Weltrangliste anführte. „Wir sind Außenseiter, und das ist auch gut so. Ich bin als Trainer an solche Situationen gewöhnt.“

Ein besonderes Augenmerk gilt der Fitness von Lukaku. Der Stürmer kehrte nach einer längeren Verletzungspause mit einem Tor in einem Testspiel gegen Kroatien zurück. Garcia zeigte sich positiv überrascht. „Ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass er sich noch schlechter präsentieren würde. Aber er ist fit, und das ist das Wichtigste. Ein Spieler wie er fehlt uns sonst in Belgien.“

Die Reise nach Katar stellt eine große Herausforderung dar: Lange Flugreisen, unterschiedliche Zeitzonen und extreme Temperaturen werden die Spieler vor eine Zerreißprobe stellen. Garcia sieht darin jedoch keine unüberwindbaren Hindernisse. „Wir haben das Glück, in Seattle zu trainieren, wo das Klima nicht allzu heiß ist. Und wir müssen uns anpassen, das ist Teil des Geschäfts.“

Neben Lukaku lobte Garcia auch die Vielseitigkeit von Alexis Saelemaekers, der auf dem rechten Flügel eingesetzt werden kann. „Er ist wie Florenzi bei meiner Roma – ein echter Allrounder.“ Auch De Ketelaere, obwohl er in dieser Saison weniger getroffen hat, wird von Garcia geschätzt.

Die Entscheidung, Openda nicht für die WM zu nominieren, fiel Garcia schwer. „Es war schmerzhaft, ihn nicht dabei zu haben. Aber ich konnte nicht zwei Stürmer nominieren, die in ihren Vereinen nicht spielen.“

Die Situation rund um Torwart Mile Svilar, der für die Roma in der Champions League gespielt hat, bleibt kompliziert. Da er bereits für die serbische Nationalmannschaft gespielt hat, kann er nicht mehr für Belgien berücksichtigt werden. „Das ist ein Thema, über das wir nicht mehr sprechen müssen“, so Garcia.

Als ehemaliger Trainer des SSC Neapel äußerte sich Garcia auch zu den Erfahrungen in Italien. „Neapel ist eine wunderbare Stadt mit fantastischen Fans. Die Probleme lagen nicht dort.“ Er wünscht De Bruyne alles Gute und betont, dass es ihm wichtig ist, dass der Fußballgenie glücklich spielt.

Die WM in Katar ist für Garcia eine „einzigartige Emotion“. Obwohl er sich über die Abwesenheit Italiens im Turnier bedauert, hofft er, dass diese Enttäuschung Anlass für eine Neuausrichtung des italienischen Fußballs gibt. „Es ist an der Zeit, mit dem Nachwuchs zu arbeiten und junge Talente zu fördern.“

Ob es zu einem Duell zwischen Belgien und Italien im Rahmen der Nations League im September kommen wird, ließ Garcia offen. „Das wäre schön. Aber mein Vertrag läuft aus, und ich muss dann Entscheidungen treffen.“

Die belgische Nationalmannschaft steht vor einer wichtigen Aufgabe. Mit einem erfahrenen Trainer und einer talentierten Mannschaft wollen sie in Katar für Furore sorgen – auch wenn Romelu Lukaku nicht von Anfang an auf dem Platz stehen wird. Die Geduld zahlt sich aus.