Becker schwärmt von alcaraz: "ein wahrer künstler"
Carlos Alcaraz, der aktuelle Weltranglistenerste, hat einen glühenden Fürsprecher gefunden: Boris Becker. Der frühere Tennis-Weltranglistenerste und Laureus-Juror bezeichnet den jungen Spanier als "faszinierenden Spieler" und "einen wahren Künstler auf dem Platz". Doch Becker sieht auch eine mögliche Schwäche – oder besser gesagt, eine Abhängigkeit von Inspiration.

Die kunst des tennis und die bedeutung des wettbewerbs
Becker, der selbst zu den größten Tennislegenden gehört, lobt Alcaraz' Spielweise und seine charismatische Ausstrahlung. "Er ist genau das, was die Tenniswelt gebraucht hat. Eine Freude, ihn zu sehen!", so Becker gegenüber internationalen Medienvertretern im Vorfeld der Laureus-Gala, die am 20. Mai in Madrid stattfindet. Alcaraz verkörpert eine neue Dynamik im Tennis, die das Publikum begeistert.
Allerdings weist Becker darauf hin, dass selbst der größte Künstler Inspiration benötigt. "Er ist inspiriert von Sinner und einigen Herausforderungen. Wenn die Matches zu einfach werden, könnte er sich vielleicht etwas gelangweilt fühlen." Diese Beobachtung unterstreicht, wie wichtig ein starker Gegner und ein anspruchsvolles Umfeld für Alcaraz' Entwicklung sind. Das Tennis braucht eben nicht nur Stars, sondern auch ebenbürtige Herausforderungen.
Becker fordert mehr Konkurrenz: Neben Alcaraz und Sinner sieht Becker vor allem Alexander Zverev als deutschen Hoffnungsträger. Doch er wünscht sich mehr Spieler, die in der Lage sind, den beiden Top-Stars Paroli zu bieten. "Ein paar Spieler mehr würden der ATP-Tour guttun", sagt Becker.
Er nennt Namen wie Arthur Fils aus Frankreich, der nach einer Rückenverletzung wieder auf die Tour zurückgekehrt ist, Learner Tien aus den USA und Joao Fonseca aus Brasilien. "Fils hat eine interessante Spielweise. Wenn er fit ist, könnte er Alcaraz und Sinner bei Grand Slams herausfordern. Fonseca schätze ich sehr, sein Zukunftsaussichten sind ebenfalls sehr vielversprechend.“
Diese jungen Talente müssen jedoch noch an ihrer Konstanz arbeiten. Becker mahnt an: "Sie müssen ihr Spiel noch ein wenig verbessern und zeigen, was in ihnen steckt – nicht nur im Viertelfinale eines Turniers, sondern in den Halbfinals und Finals der großen Events. Hier sind Alcaraz und Sinner noch in einer anderen Liga.“
Becker erinnert an seine eigene Karriere, als er mit 17 Jahren Wimbledon gewann. Es ist ein Beweis dafür, dass Jugend und Talent durchaus in der Lage sind, die etablierte Tenniswelt aufzumischen.
Die Frage ist nun, ob die jungen Herausforderer in der Lage sind, den Druck der großen Bühne zu verkraften und Alcaraz und Sinner in den entscheidenden Momenten zu übertrumpfen. Die Tenniswelt wird es mit Spannung verfolgen.
