Becker beendet trainerkarriere: "zeit für neue wege"

Boris Becker, deutsche Tennis-Legende und sechsfacher Grand-Slam-Champion, hat überraschend seinen Rücktritt von der Trainerlaufbahn bekannt gegeben. Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Laureus World Sports Awards, wo Becker als Eurosport-Experte anwesend war. Damit beendet eine Ära, die mit dem Triumph über Novak Djokovic begann und nun einem neuen Kapitel gewidmet wird.

Fokus auf medienarbeit und familie

Fokus auf medienarbeit und familie

Der 58-Jährige betonte, dass er eine „wundervolle Zeit“ als Trainer hatte, die aber nun abgeschlossen sei. Becker, der von 2013 bis 2016 Novak Djokovic betreute und mit ihm sechs Grand-Slam-Titel feierte, erklärte, er wolle sich nun voll und ganz auf seine Arbeit im Medienbereich konzentrieren. „Das könnte ich nicht tun, wenn ich wieder als Coach in Vollzeit arbeiten würde“, so Becker. Ein weiterer Aspekt seiner Entscheidung ist der Familienzuwachs, der ihm viel Zeit abverlangt. Er schien eine gewisse Erleichterung auszudrücken, die Last der Verantwortung als Trainer hinter sich zu lassen.

Obwohl er Angebote für mögliche Trainerstellen erhalten hat – „Ich möchte keine Namen nennen, aber ich wurde oft gefragt“ – lehnte Becker diese ab. Stattdessen bietet er weiterhin beratende Gespräche an, stets unter der Bedingung, dass die Details diskret behandelt werden. „Ich teile ihnen immer meine Sichtweise mit. Aber: Ohne, dass A jemand davon weiß. Und B, dass ich auf den Trainingsplatz zurückkehre“, präzisierte er.

Becker’s Vermächtnis als Trainer wird vor allem mit seiner erfolgreichen Zusammenarbeit mit Novak Djokovic in Verbindung gebracht. Die sechs Grand-Slam-Titel, die das Duo gewann, sind ein Beweis für Beckers taktisches Geschick und seine Fähigkeit, Spitzensportler zu motivieren. Auch seine kürzliche Tätigkeit als Trainer von Holger Rune, wenn auch weniger glanzvoll, zeigt sein Engagement für die Förderung junger Talente.

Seine Expertise wird bei den French Open 2026 (live bei Eurosport und HBO Max) wieder gefragt sein, wo er als Experte im Einsatz sein wird. Obwohl er den Trainerjob aufgegeben hat, bleibt Becker eine wichtige Stimme im Tennisgeschehen und wird weiterhin seine profunden Kenntnisse und sein scharfes Auge einbringen.

Die Entscheidung Beckers markiert nicht nur das Ende einer Trainerkarriere, sondern auch den Beginn eines neuen Kapitels, das mehr Raum für Familie, Medienarbeit und möglicherweise auch für andere berufliche Interessen lassen wird. Die Tenniswelt verliert zwar einen ihrer bekanntesten Trainer, gewinnt aber weiterhin einen der prägendsten Kommentatoren und Analysten.