Bearman zückt die klinge: 20 jahre, 50 g-crash – und jetzt droht er hamilton
Die Formel-1-Welt schaut nach Japan und schluckt. Oliver Bearman, 20, britisch, lacht trotz 50 g-Abflug noch – und Ferrari lacht lauter. Mit 17 Punkten nach drei Rennen liegt er im Gesamtklassement vor Red Bull, vor Aston Martin, vor jedem außer den Top-Six. Die Scuderia hat ihren Next-Gen-Mann schon länger gebucht, doch jetzt wird die Leihgabe von Haas zur heißen Waffe gegen Lewis Hamilton.
Von der f4 bis zur königsklasse in 1.460 tagen
Bearman fuhr 2021 in der italienischen und deutschen Formel 4 gleich doppelt den Titel ein – mit Ferrari-Stipendium im Rücken. Ein Jahr später F3-Bronze, 2023 F2-Siege, 2024 Debüt in Jeddah: Siebter, jüngster Punkter überhaupt. Die Chronologie ist ein Selbstporträt ohne Lücken. Wer so schnell aufsteigt, macht sich unbeliebt im Fahrerlager – und unverzichtbar in Maranello.
Der Crash in Suzuka war eigentlich eine Fußnote: Aufreibung, Check-up, Entlassung am gleichen Abend. „50 g? Fühlte sich an wie ein harter Body-Check beim Rugby“, sagt er. Drei Tage später Qualifying-Platz sieben, dann Punkte. Die Physiologen nennen das Resilienz; in der Box reden sie schon vom „Hamilton-Prinzip“.

Haas liefert, ferrari kassiert ein
Komatsu schickt keine Warnung, sondern eine Rechnung: „Wenn wir Ollie so weit bringen, dass Ferrari ihn abwirbt, haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“ Haas bekommt dafür Motorenrabatt, Daten und Entwicklungsgutscheine. Der Deal ist einfach: Haas baut den Piloten, Ferrari baut die Legende. Und Leclerc? Der Monegasse bekommt 2027 entweder einen Ziehbruder – oder einen Nachfolger.
Hamiltons Vertrag läuft nach 2025 aus. Die Option 2026 existiert auf Papier, nicht im Kopf. Erster Podestplatz in Bahrain war Balsam, aber die Statistik nagt: Kein Sieg seit 2021, keine Pole seit 18 Monaten. Intern kursiert die Zahl 38 – sein Alter beim Saisonende. In der Ferrari-Hierarchie bedeutet das: Übergangslösung mit Ablaufdatum.
Bearman hingegen ist 20, der Leasing-Vertrag mit Haas endet 2026. Die Timeline passt wie ein Hand in Handschuh. Die rote Nummer 38 steht bereit, genau wie die Pressemitteilung: „Scuderia Ferrari pilotiert Ollie Bearman ab 2027.“
Derweil jagt er in Imola weitere Punkte. Die Konkurrenten sprechen über Downforce und Reifenfenster – er über „Spaß“. Das klingt wie Hohn, ist aber die einzige Waffe, die ihm niemand abnehmen kann. Solange er lacht, wächst der Druck auf Hamilton. Und wenn der Druck kocht, fliegt die Silberkugel – oder der Vertrag.
