Bc marburg scheitert mit 74:79 – pokaltraum platzt gegen keltern

Die Blue Dolphins haben in der Pokal-Halbfinal-Sensation gefeilt, doch der letzte Pass war zu wild. Mit 74:79 gegen Titelverteidiger Keltern verpassten die BC-Marburgerinnen das Endspiel – und lieferten trotzdem den Moment des Wochenendes ab.

0:13-Rückstand, dann der wilde angriff

Die erste Viertelminute war ein Albtraum: Kein Korberfolg, dafür drei Keltern-Dreier – 0:13. Coach Lisa Koop nahm sofort die Auszeit, stellte auf 2-3-Zone um und schickte Leonie Ebert als small-ball center auf das Parkett. Die Antwort folgte Schlag auf Schlag: 12:0-Hard-Run, 20:21-Zwischenstand, 30:48-Halbzeit. „Wir haben sie gelesen, nicht nur angeguckt“, sagte Koop später.

Im dritten Viertel rissen die Hessen das Tempo an sich. Emily Tinsley traf zwei Dreier in Folge, Michelle Müller erzwang drei Off-Foul – 58:59 vor dem Schlussabschnitt. Bei 72:71 drehten erstmals die Blue Dolphins die Führung. Die Uhr lief noch acht Minuten. Kelern aber traf aus jedem Loose-Ball: 79:74, Endstand.

Platz drei mit statement statt frust

Platz drei mit statement statt frust

Nur 18 Stunden später standen dieselben Akteurinnen wieder auf dem Court – und zerlegten Saarlouis mit 73:62. Drei Ballverluste in den ersten fünf Minuten? Null. Alina Hartmann erzielte 23 Punkte bei 6/7 jenseits des Bogens. „Wir wollten beweisen, dass das Halbfinale kein Glückstreffer war“, sagte die 23-Jährige.

Die Bilanz für Marburg: erstmals überhaupt Final-Four-Teilnahme, bestes Hessisches Team seit 1998 und ein Sponsoring-Zuwachs von 400.000 Euro, der schon am Montag fixiert wurde. Pokal-Niederlage? Vielleicht. Aber die Regionalliga hat einen neuen Machtfaktor bekommen – und der trägt türkis.