Bayern-drama: rote karten entscheiden halbfinal-duell gegen barca!
München tobte, die Schiedsrichterin pfiff – und der FC Bayern München rettete in einem nervenaufreibenden Champions-League-Halbfinaleremis gegen den FC Barcelona einen wichtigen Punkt. Ein Spiel voller Emotionen, roter Karten und verpassten Chancen, das die Entscheidung auf das Rückspiel am 3. Mai verschiebt.
Früher rückschlag, mutige antwort
Die Münchnerinnen hatten vor 31.000 Zuschauern in der Allianz Arena einen rabenschwarzen Start: Ewa Pajor brachte Barcelona bereits in der achten Minute nach einer unglücklichen Unachtsamkeit von Giulia Gwinn in Führung. Doch anstatt einzubrechen, bewiesen die Bayern-Frauen Moral und spielten mutig nach vorne. Es war ein deutlicher Unterschied zur desolaten ersten Halbzeit gegen Manchester United, als die Unsicherheit förmlich greifbar war. Diesmal verteidigten sie zwar zunächst kompakt, wie Trainer José Barcala angekündigt hatte, aber die Offensive fand erst nach und nach ihren Rhythmus.
Die erste Halbzeit war geprägt von einem taktischen Kampf, in dem beide Mannschaften sich gegenseitig kaum Raum gewährten. Die Abwehrreihen des FCB machten es Barcelona schwer, in den Strafraum vorzudringen, obwohl die Spanierinnen durch ihre Klasse immer wieder gefährlich wurden. Franziska Kett bot sich immer wieder an, ihre Schnelligkeit und ihr Dribbling nutzend, um die gegnerische Abwehr zu prüfen. Ein direkter Abschluss brachte jedoch zunächst nichts ein, lediglich eine Ecke nach einer starken Parade von Barca-Keeperin Cata Coll.

Kett gleicht aus – und wird zum tragischen helden
Nach der Pause erhöhte der FCB den Druck, doch Barcelona blieb gefährlich im Gegenstoß. Ein Schreckmoment ließ die Münchnerinnen kurz zusammenzucken, als der Pfosten einen weiteren Treffer der Spanierinnen verhinderte. Dann kam der Moment, der das Spiel wenden sollte: Nach einem gewonnenen Ball in der eigenen Hälfte schickte Stanway Kett auf die Reise, die im Strafraum goldrichtig zum Ausgleich traf (69.). Ein Tor, das die Arena in Ekstase versetzte und die Hoffnung auf den Einzug ins Finale neu entfachte.
Doch die Freude währte nur kurz. Im direkten Gegenzug zog Kett Salma Paralluelo im Zweikampf an den Haaren und sah die rote Karte. Ein unglücklicher Moment, der das Spiel komplett auf den Kopf stellte. Auch Trainer Barcala sah seine Karte für laute Proteste, was die Situation weiter verkomplizierte. Barcala und Rech, beide für das Rückspiel gesperrt, werden die Vorbereitung auf das Rückspiel deutlich erschweren.

Unterzahl, kampfgeist und ein punkt
In Unterzahl kämpften die Münchnerinnen mit aller Macht, um das Remis über die Zeit zu bringen. Mapi León und Co. wehrten sich verbissen gegen die Angriffe des FC Barcelona. Ein Fallrückzieher von Patri wurde von Tanikawa geköpft, ein weiterer Abschluss von León parierte Mahmutovic. Die Fans trieben ihr Team mit ohrenbetäubendem Jubel an, was den kämpferischen Geist der Bayern-Frauen zusätzlich beflügelte.
Die Punkteteilung ist zwar kein optimales Ergebnis, aber angesichts der Umstände ein Achtungserfolg. Die Entscheidung über den Einzug ins Champions-League-Finale fällt nun am 3. Mai in Barcelona. Die Bayern-Frauen haben gezeigt, dass sie zu kämpfen wissen und auch gegen den amtierenden Champions-League-Sieger mithalten können. Ob sie diese Leistung in Spanien wiederholen können, bleibt abzuwarten. Ein Sieg dort wäre der verdiente Lohn für eine kämpferische Vorstellung und würde den Traum vom Finaleinzug am Leben lassen.
