Bayern verabschiedet seine winterhelden: preuß, rydzek und co. legen auf
Sie haben uns jahrelang in Schnee, Eis und Nebel geführt – nun ziehen sie die Schuhe aus. Mit dem Ende der Saison 2025/26 verabschiedet der bayerische Wintersport eine ganze Generation von Champions. Franziska Preuß legt die Büchse an den Nagel, Johannes Rydzek beendet 17 Jahre Weltcup, Katharina Schmid fliegt ihre letzte 200-Meter-Marke. Ein Finale, das wehtut – und zugleich ein Denkmal für eine Ära.
Preuß geht mit der kristallkugel im gepäck
Die 31-Jährige aus Bad Reichenhall hatte es bereits vor Olympia angekündigt: Danach ist Schluss. Trotz enttäuschender Spiele in Norditalien bekam sie den gebührenden Abschied. 16 Weltcupsiege, zwei Olympia-Bronzen, vier WM-Titel – und als Krönung der Gesamtweltcupsieg 2024/25. „Das ist mein Kindheitsstraßen-WM-Titel“, sagte sie mit Tränen in den Augen. Die Szenerie: Schnee stob, das Publikum sang, und selbst die norwegischen Konkurrentinnen applaudierten.

Rydzek zieht bilanz: 387 rennen, 18 siege, ein leben im anzug
Der Oberstdorfer ist der Dauerbrenner schlechthin. Seit 2009 fuhr er ununterbrochen Weltcup, holte 18 Einzelsiege, sieben WM-Golds und zweimal Olympia-Gold. „Ich habe jeden Tag meiner Karriere genossen – auch die, an denen die Muskeln brannten“, sagt er. Seine letzte Saison war kein Abklatsch: Rang drei im Tour-de-Ski-Gesamtwertung, zweiter Einzelsieg in Ramsau. Ein Abschied auf dem Podest – so wie er es sich erhofft hatte.

Schmid knackt die 200-meter-grenze – und dann aus
Katharina Schmid wartete vier Jahre auf diesen Moment. In Vikersund flog sie 203 Meter – die erste Deutsche, die die magische Marke überhaupt erreichte. Zwei Tage später die Ansage: „Mein Körper sagt Nein, mein Herz sagt Danke.“ Sieben Weltmeistertitel, zwei Olympia-Silber, ein Leben zwischen Take-off und Landung. Ihr letzter Sprung war gleichzeitig ihr längster – eine poetische Pointe, die nur der Sportschreibt.

Baumann, bögl, lochner – die große flucht aus dem kalender
Romed Baumann beendete nach 387 Rennen die Tour – kein Deutscher fuhr mehr Abfahrten. Lucas Bögl freut sich auf Familienzeit und den Wasalauf, Johannes Lochner nimmt nach Doppel-Olympia-Gold im Bob direkt den Helm ab. Sogar Rodel-Legende Georg Hackl löst sich nach 40 Jahren als Trainer aus dem ÖSV-Team. Die bayerische Wintersport-Hochburg entlässt ihre Helden – und schickt sie direkt in die Geschichtsbücher.
Die Zahlen sprechen für sich: 42 Weltcupsiege (Lochner), 387 Weltcupstarts (Baumann), 203 Meter Flug (Schmid). Doch hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der morgens um 5:30 Uhr aufsteht, wenn draußen 20 Grad minus herrschen. Die Saison ist vorbei, die Spuren bleiben. Servus – und Danke für die kalte Kunst.
