Bayern späht 19-jähriges ksc-tor-monster louey ben farhat aus
Karlsruhe schlägt dreimal gegen Dresden auf, Louey Ben Farhat trifft doppelt – und plötzlich steht der Wildparkstadion unter Beobachtung wie ein Testgelände der Bundesliga. FC Bayern, BVB, Leverkusen, Frankfurt, dazu Spione aus Bergamo, Lyon und Nizza: alle wollten sie denselben sehen. Ein 19-Jähriger, der vor drei Monaten noch mit Mittelfußbruch in der Reha hing.
Die rekord-jagd nach einem spieler, der noch gar kein top-transfer ist
Timon Pauls bestätigt es mir am Sonntagabend mit nüchternem Lächeln: „Ja, die Bayern waren da, genauso wie die anderen.“ Keine Panik, keine Eile. Karlsruhe hat den Stürmer bis 2029 fest unter Vertrag. Doch die Summe, die Pauls nennt, lässt aufhorchen: zwischen zehn und zwölf Millionen Euro verlangt der Klub, falls der Anruf aus München kommt. Für einen Zweitliga-Angreifer, der erst seit neun Spielen durchdreht, ist das ein Hammer.
Die Zahl ist kein Wunschdenken. Ben Farhat hat in den letzten drei Pflichtspielen vier Mal getroffen, gegen Dresden hätte er in der Nachspielzeit sogar das 4:3 erzielt – Schiri nahm ihn wegen Millimeter-Abseits zurück. Die Kurve seiner Entwicklung zeigt senkrecht nach oben, der Tunesische Verband nominierte ihn gestern für die Länderspielpause. Premiere in drei Wochen.

Warum bayern jetzt zuschlagen könnte – und warum karlsruhe trotzdem lacht
Die Scouts notieren vor allem seine Bewegung zwischen die Ketten. Ben Farhat spielt nicht klassisch als Neuner, er driftet in halboffene Räume, zieht Innenverteidiger auf sich und schließt dann selbst ab. 1,85 m, aber ein Antritt wie ein Flügelstürmer. Genau dieses Profil fehlt im Kader von Vincent Kompany, der lieber flexible Angreifer als rene Kreisel einsetzt.
Doch hier kommt der Haken: Karlsruhe braucht das Geld nicht dringend. Die Finanzplanung für 2025/26 ist ohne Transfer-Erlöse bereits saniert. Pauls kann also warten, bis der Preis steigt. Und der Junge selbst? Louey Ben Farhat schwärmt vom Wildpark, von der Fanszene, vom Glauben, den ihm der Verein entgegenbrachte, als er mit gebrochenem Mittelfuß auf Krücken stand. Ein Wechsel im Winter gilt als ausgeschlossen. Sommer 2027 hingegen – da ist die Klausel bei 15 Millionen fällig.
Bayerns Strategie ist klar: früh zugreifen, bevor der Markt explodiert. Doch Karlsruhe hat die Hebel in der Hand. Wer jetzt kommt, muss zahlen, was ein Zweitligaclub für ein Jahrhundert-Talent fordert. Die Ablöse mag hoch klingen. Die Frage ist nur: wie hoch wird sie im Januar 2027 sein, wenn Ben Farhat vielleicht schon für den FCB trifft?