Bayern schmiedet allianz gegen berater-mafia: rummenigge droht mit klage

Karl-Heinz Rummenigge zündelt weiter. Nachdem er beim FC Bayern längst nur noch Ehrenposten besetzt, meldet er sich mit einer Kampfansage zurück – diesmal gegen die Spielerberaterbranche, die er als „größtes Problem im Fußball“ brandmarkt.

1,17 Milliarden Euro flossen laut FIFA im vergangenen Sommer allein an Beraterprovisionen. Vor fünf Jahren waren es noch 500 Millionen – ein Plus von 134 Prozent, während Transfererlöse „nur“ um 44 Prozent stiegen. Die Zahle sprechen eine Sprache: Der Markt regelt sich selbst – und zwar nach Gier.

Rummenigge fordert 5-prozent-deckel und kündigt gerichtsweg an

Der 68-Jährige fordert in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung As eine Obergrenze von fünf Prozent des Jahresgehalts pro Spieler. „Derzeit liegen wir bei etwa zehn Prozent“, so Rummenigge. Der FC Bayern prüfe bereits rechtliche Schritte, sollte sich die Branche weiter sperren. „Wenn wir nicht mehr mit einem Berater zusammenarbeiten wollen, hat das Konsequenzen.“

Der drohende Fingerzeig ist kein Bluff. Die deutschen Gerichte hatten 2021 eine Provisionsobergrenze gekippt – ein Urteil, das Rummenigge als „bedauerlich“ bezeichnet. Nun will der Rekordmeister vor europäische Instanzen ziehen. „In Brüssel sollte man erkennen, dass die Ausgaben im Fußball alle Grenzen überschritten haben.“

Hoeneß und rummenigge: das duo der alten garde kehrt zurück

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Uli Hoeneß hatte vor Wochen bereits den Turbo eingeschaltet und Berater als „Parasiten“ bezeichnet. Nun schaltet sich sein langjähriger Partner nach. Die Rückkehr des einstigen Macher-Gespanns ist kein Zufall. Intern gilt: Die sportliche Krise der Bayern – aus der Champions-League-Gruppenphase geflogen, Pokal-Aus in Bochum – erfordert neben sportlichen auch strukturelle Neuanfänge.

Rummenigge bestätigt: „Wir sind vom Weg abgekommen.“ Franz Beckenbauers altes Credo – Erfolg auf solidem Fundament – sei verloren gegangen. Zu viel Geld sei in Gehälter und Beraterhonorare geflossen. „Wir arbeiten daran, das zu korrigieren.“

Die Beraterbranche reagiert gelassen. „Markt regelt“, lautet die Standardantwort. Doch der Markt kennt Bayern nicht als Gegner, der nachgibt. Der Klub hat schon vor Jahren Beratern wie Volker Struth oder Hasan Cetinkaya Hausverbot erteilt. Die nächste Stufe: ein europaweiter Frakturversuch.

Die Uhr tickt. Die nächste Transferperiode beginnt in 91 Tagen. Werden Berater bis dahin Zugeständnisse machen? Oder droht tatsächlich ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof? Eines steht fest: Wenn Bayern klagen, zittert die ganze Branche – denn die Bundesliga ist längst nicht mehr der einzige Spielplatz der Münchner. Ihr Einfluss reicht bis nach Madrid, Manchester und Mailand.

Die Szene mag sich wehren – aber Rummenigge hat Zeit, Geld und eine simple Wahrheit auf seiner Seite: 1,17 Milliarden Euro sind kein Tippfehler, sondern ein Milliardengrab, das den Fußball langfristig krankt. Wer jetzt nicht handelt, wird bald vor leeren Rängen stehen – und leeren Kassen.