Bayern patzt: effenberg kritisiert elfmeter-chaos gegen wolfsburg
München – Ein Patzer, der schmerzt: Nach dem dramatischen Sieg über Wolfsburg muss sich der FC Bayern scharfer Kritik von Fußball-Legende Stefan Effenberg gefallen lassen. Nicht Jeanuel Belocian, der den Elfmeterpunkt manipuliert hatte, steht im Feuer, sondern die Bayern-Verantwortlichen selbst. Ein folgenschwerer Fehltritt, der die Diskussionen rund um Harry Kanes vergebenen Elfmeter in einen noch größeren Wirbel verwandelt hat.

Bayern vergisst die basics – effenbergs deutliche worte
Der Sport1 Doppelpass brannte gestern Abend, als Effenberg seine Einschätzung kundtat. „Clever war es nicht von den Bayern“, so der frühere Libero. Normalerweise, so Effenberg, stelle man immer mindestens ein oder zwei Spieler an den Elfmeterpunkt, um diesen zu schützen. Oder der Schütze selbst kontrolliere die Situation vor dem Schuss. Ein simpler Schachzug, den die Münchner offenbar vergessen hatten. Die Szene, in der Belocian den Elfmeterpunkt mit seinen Stollen bearbeitete und Kane den Ball prompt neben das Tor setzte, wird nun als Symbol für die vermeintliche Nachlässigkeit des Rekordmeisters gewertet.
Ähnlich wie Effenberg äußerte sich auch Bayern-Trainer Vincent Kompany nach dem Spiel. „Ich glaube, wenn es am Mittwoch gegen Paris passiert wäre, hätten wir zwei, drei Spieler am Elfmeterpunkt gehabt“, so Kompany bei Sky. Ein klares Eingeständnis, dass die Bayern-Abwehr hier versagt hatte. Der Kontrast zu Tom Bischofs Kritik an fehlendem Fairplay unterstreicht die unterschiedlichen Perspektiven innerhalb des Vereins.
Die eigentliche Ironie liegt darin, dass Effenberg selbst in seiner aktiven Karriere kein Unschuldslamm war und auch schon mal die Grenzen des Erlaubten auslotete. Dennoch zeigt seine Kritik deutlich, wie ernst er den Fehler der Bayern nimmt. Friedhelm Funkel, ebenfalls Gast im Doppelpass, relativierte die Situation zwar, nannte Belocians Aktion aber durchaus „clever“, wenn auch unsportlich. Die Liga-Legende gestand sogar, dass er selbst in seiner Karriere ähnliche Tricks angewandt habe.
Die Diskussion zeigt deutlich: Es geht nicht nur um den vergebenen Elfmeter, sondern um die Professionalität und die Aufmerksamkeit für Details, die von einem Verein wie dem FC Bayern erwartet werden. Ein Versäumnis, das den Münchnern nun auf die Füße fällt und die Frage aufwirft, ob die Konzentration auf das Champions-League-Spiel gegen Paris die Bundesliga-Partien vernachlässigt.
Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Kane, der sonst so sichere Elfmeter-Schütze, verfehlte das Tor komplett – ein Beweis dafür, dass selbst Kleinigkeiten wie ein bearbeitet Elfmeterpunkt große Auswirkungen haben können. Die Bayern haben hier eine Lektion gelernt, die sie hoffentlich nicht vergessen.
