Bayern münchen: kompany schreibt geschichte – musiala brilliert!
Die Dominanz des FC Bayern München ist unbestritten, doch unter der Leitung von Vincent Kompany scheint eine neue Ära des Erfolgs zu beginnen. Nach dem 35. Deutschen Meistertitel schwingen sich die Erwartungen auf ein neues Höhenflug – DFB-Pokal und Champions League sind plötzlich keine unerreichbaren Träume mehr.
Die heynckes- und flick-tradition lebt weiter
Raimund Hinko, Legende des Sport BILD, erinnert in seiner Kolumne „Meine Bayern“ an die Triumphe unter Jupp Heynckes und Hansi Flick, Trainer, die Egoismus aus ihren Mannschaften verbannten. Kompany scheint in diese Riege einzutreten. Joshua Kimmich beschreibt ihn treffend: „Er lebt es vor. Es geht nicht darum, es allen recht zu machen, sonst hast du verloren.“ Arbeit und Genuss – diese zwei Worte scheinen das Motto des neuen Bayern-Coaches zu sein.
Es ist kein Geheimnis, dass Kompany die Anerkennung seiner Spieler genießt. Ein Trainer, der seine Mannschaft über seine eigene Person stellt, verdient Respekt – und Kompany erhält ihn in vollen Zügen. Auch der Umgang mit Jamal Musiala zeugt von seiner taktischen Brillanz und Menschenkenntnis.

Musialas comeback: eine neue qualität
Während viele Experten Musiala nach seiner schweren Verletzung schon abschrieben, glaubte Kompany an seinen Star. „Wenn Jamal auf den Platz läuft, dann wird er da sein“, sagte er – und er hatte Recht. Das 4:3 gegen Real Madrid und besonders das 4:2 gegen den VfB Stuttgart zeigten, dass Musiala nicht nur wieder auf seinem alten Niveau spielt, sondern eine neue Qualität erreicht hat. Gegen Stuttgart zeigte er eine fast vergessene Eigenschaft: die Fähigkeit, gegen frische Gegner das Spiel zu dominieren, und nicht erst, wenn der Gegner müde ist. Eine wahre Zehn, die besser geworden ist als vor seiner langen Pause.
Bemerkenswert ist auch die Reife, die die Spieler unter Kompany zeigen. Die Antworten sind durchdachter, intelligenter, ohne den üblichen, unüberlegten Ausbruch. Das Gespräch mit dem Schiedsrichter, die Hilfe für den Gegner – all das zeugt von einem neuen Teamgeist, der sich an den Werten des Trainers orientiert. Und die Treue zum Kakadu von Käfer, als Maskottchen, ist eine willkommene Abwechslung zu den oft übertriebenen Feierlichkeiten.
Die Feierlichkeiten nach dem Gewinn des 35. Meistertitels waren wohltuend zurückhaltend. Kein übermäßiges Gebrüll, kein Suff – auch wenn man den jungen Spielern das ein oder andere Bier sicherlich nicht verübeln würde. Aber mit dem Halbfinalduell im DFB-Pokal gegen Leverkusen und dem bevorstehenden Champions-League-Duell gegen Paris Saint-Germain stehen wichtige Aufgaben an.
Man erinnert sich an Paul Breitner, der in den goldenen Siebzigerjahren im Entmüdungsbecken nach einer Lawine an Titeln ausrief: „Kann denn in diesem Scheißverein niemand richtig feiern?“ Ein Ausruf, der die Freude am Erfolg manchmal trüben kann. Kompany scheint jedoch ein Gespür dafür zu haben, wann die Zeit für Besinnlichkeit und wann für ausgelassene Feierlichkeiten ist.
Die Verlängerung des Vertrages mit Manuel Neuer ist nun unerlässlich. Die Zukunft des FC Bayern München ist in guten Händen – solange Kompany und Neuer zusammenarbeiten.
