Bayern jubelt mit blutenden knien: davies fällt vor der wm aus – drei weitere stars zittern
Atalanta war ein Fest, doch die Party kostet den FC Bayern seinen Tempodribbler. Alphonso Davies wird die Rückkehr nach Bergamo nicht mehr erleben – und auch die Heim-WM in Kanada steht auf Messers Schneide.
Der 70. minute, die alles veränderte
Ein Sprint auf der linken Außenbahn, ein plötzlicher Stopp – und dann das Bild, das die Münchner Nacht vergiftete: Davies geht in die Hocke, presst die Hände aufs Gesicht, Tränen statt Tore. Die Diagnose am Mittwoch: Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur, keine Struktur, aber auch keine Zeit. Die Saison ist für ihn vorbei, der WM-Traumausweis liegt seit 100 Tagen bereit, nun wird er wohl gestempelt.
Bayern sprach von „überschaubar“, doch das Wort trägt sich schwer. Denn wer Davies kennt, weiß: sein Körper ist ein Ferrari mit Glasgetriebe. Dezember 2025 – Kreuzband. Februar 2026 – Faserriss. April 2026 – der nächste Halt. Ein Teufelskreis, der den 25-Jährigen ausgerechnet vor dem Turnier in seiner Heimat ausbremst.

Neuer, urbig, musiala – die verletztenkette wird länger
Während die Mannschaft am Mittwochvormittag locker auslief, fehlten gleich vier Akteure. Jonas Urbig kassierte Sekunden vor dem Abpfiff eine Gehirnerschütterung, wird am Samstag in Leverkusen passen müssen. Für Sven Ulreich wird es die erste Pflichtspielminute dieser Saison – mit 37 Jahren und nur drei Tagen nach seiner Zurruhesetzung als Nr. 3. Ein Novum, das die Torhüter-Rotation ins Absurde führt.
Jamal Musiala humpelte mit bandagiertem Knöchel vom Feld, ein Schmerzgedächtnis am alten Sprunggelenk. Auch er fehlt beim Top-Spiel gegen die Werkself. Die Kaderliste schrumpft, die Frustliste wächst. Sportvorstand Max Eberl versuchte zu beschwichtigen: „Nichts Dramatisches.“ Doch das Drama ist längst sichtbar – auf der Bank, im Aufenthaltsraum, im Medizin-Center.

Der preis des 6:1
Bayern feierte das höchste Auswärtsergebnis seiner Champions-League-Geschichte – und kassierte gleichzeitet die längste Verletztenliste der Kompany-Ära. Die Bilanz: drei Ausfälle, ein WM-Coup in Gefahr, eine Keeper-Hierarchie auf dem Kopf. Die Moral stimmt, die Knie nicht.
In Bergamo war alles möglich gewesen, sogar das Viertelfinale. Nun fragt sich: wer darf in München noch joggen, wer darf dribbeln, wer darf träumen? Die Antwort lautet: 17 Feldspieler, ein 37-jähriger Ersatztorwart – und ein Kanadier, der 100 Tage vor der Heim-WM wieder nur Zuschauer ist. Die Nacht von Bergamo wird allen Bayern in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der sechs Tore, sondern wegen der einen Träne, die alte Narben aufreißt.
