Bayern dominiert: so sehen die tv-quoten der bundesliga wirklich aus
Die Zahlen lügen nicht: Der FC Bayern München ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch vor den Bildschirmen der unangefochtene König der Fußball-Bundesliga. Eine detaillierte Analyse der Zuschauerzahlen der Saison 2025/26 von Sport BILD offenbart ein komplexeres Bild als die bloßen Durchschnittswerte vermuten.
Die bayern-herausnahme: warum die gesamttabelle trügt
Bei Betrachtung aller 306 Erstliga-Partien der Saison stechen die Münchner mit durchschnittlich 1,03 Millionen Zuschauern deutlich hervor. Dahinter folgen Borussia Dortmund, der HSV, Köln und Eintracht Frankfurt. Doch diese Gesamtübersicht verzerrt das Bild, da sie die unterschiedlichen Anstoßzeiten nicht berücksichtigt. Ein Freitagabendspiel oder ein Sonntagsspiel generiert naturgemäß höhere Zuschauerzahlen, unabhängig vom sportlichen Wert des Spiels.
Die Wahrheit liegt im Detail: Um ein genaueres Bild zu erhalten, wurden die Zahlen aufgespalten. Die erstmalige Ausstrahlung von Einzelspielen bei Sky ohne gleichzeitige Konferenzschaltung, parallel zu DAZN, ermöglichte es den Zuschauern, gezielt ihre Wunschspiele auszuwählen. Auch hier führt Bayern mit 713.000 Zuschauern vor Dortmund (504.000). Interessant ist der Aufstieg von Stuttgart auf den dritten Platz, gefolgt von Köln und dem HSV.
Aber die wirklich aussagekräftige Quotentabelle entsteht, wenn die Bayern und der BVB – die Quotengaranten – herausgerechnet werden. Denn gegen diese Top-Teams treten die anderen Klubs mit einer erhöhten Aufmerksamkeit und somit auch Zuschauerzahlen an. Das Ergebnis ist überraschend: Der HSV katapultiert sich mit 275.000 Zuschauern auf den zweiten Platz, knapp vor Köln, Stuttgart und Frankfurt. Die Abstiegsbedrohten Heidenheim, Augsburg und Hoffenheim kämpfen am anderen Ende der Skala um Aufmerksamkeit.
Die absolute Tiefenmarke erreichte das Spiel Heidenheim gegen Freiburg am 13. Spieltag mit nur 20.000 Zuschauern – ein Wert, der die Herausforderungen der kleinen Klubs im Kampf um Fernsehpräsenz verdeutlicht. Der „Klassiker“ zwischen Dortmund und Bayern hingegen mobilisierte am 24. Spieltag sage und schreibe 2,45 Millionen Zuschauer, ein Beweis für die unbändige Faszination des deutschen Fußballs.

Die zweite liga: schalke als quoten-vorreiter
Auch in der Zweiten Liga gab es spannende Entwicklungen. Schalke 04, mittlerweile wieder in der Bundesliga, war mit durchschnittlich 405.000 Zuschauern der klare Quotenmeister. Das entscheidende Spiel gegen Düsseldorf, das den Aufstieg besiegelte, erreichte sogar 592.000 TV-Zuschauer, zusätzlich zu den 1,15 Millionen, die bei Nitro eingeschaltet haben. RTL und Nitro präsentierten in der vergangenen Saison 33 Top-Spiele, wobei Kaiserslautern gegen Schalke mit 1,73 Millionen Zuschauern den höchsten Wert erzielte. Der Erfolg von Schalke im Free-TV zeigt, dass die Fans auch außerhalb des Pay-TV-Bereichs für spannende Fußballmomente bereitstehen.
Die Zahlen beweisen: Auch wenn die Bayern weiterhin die TV-Gelder dominieren, gibt es im deutschen Fußball eine wachsende Vielfalt an attraktiven Spielen und Teams, die das Interesse der Zuschauer wecken. Die Herausforderung für die kleineren Klubs besteht darin, diese Aufmerksamkeit nachhaltig zu binden und ihre eigene Marke zu stärken. Denn am Ende zählt, dass die Fans vor den Bildschirmen sitzen – egal ob im Pay-TV oder Free-TV.