Bayern demolieren bergamo: 6-1-signal bis ins viertelfinale

Der FC Bayern hat in Bergamo nicht nur Atalanta, sondern die ganze Champions League vermeldet: 6-1, ein Resultat, das selbst die italienischen Tifosi applaudieren ließ.

Jan-Christian Dreesen saß nach Abpfiff in der Barock-Villa Moroni, schwenkelte sein Glas und erklärte, was er gesehen hatte: „Eine echte Spitzenmannschaft.“ Drei Minuten später sprach er schon wieder von „außergewöhnlich“. Der Vorstandschef ist kein Mann für Superlative, doch dieser Abend ließ ihm keine Wahl.

Dreesens erkenntnis: 3:0 reicht nicht, wenn man 6:0 will

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in Sachen Raumaufteilung. Michael Olise spielte Katz und Maus mit Di Marco, Jamal Musiala ließ zwei Gegner aussteigen, bevor er zum 2:0 traf. Die Kurve des Gegners sang trotzdem weiter – und genau das rührte Dreesen. „Zuschauer, die bei 0:6 noch ihre Mannschaft pushen, das habe ich so noch nicht erlebt.“

Doch die wahre Prüfung folgte nach dem Tee. Statt Verwaltung kam Blitzlicht. Vincent Kompany hatte auf Befehlshöhe geschaltet, die Sechser-Chain blieb aktiv, Harry Kane netzte per Lupfer zum 4:0. „Wer nach der Pause weitermacht wie wir, der will Titel“, sagt Dreesen. Die Statistik spricht für ihn: 17 Tore in den letzten vier Pflichtspielen, null Gegentreffer nach der 60. Minute.

Die Krankenakte trübt die Nacht. Alphonso Davies zog sich einen Muskelbündriss zu, Jonas Urbig wurde zur Schädel-CT gebracht. „Wir alle haben mit Davies gefühlt“, sagte Dreesen und meinte damit die Kabine, die Anhänger, selbst die Presse. Der Kanadier wird drei Wochen ausfallen, das Timing zum Viertelfinale ist denkbar schlecht.

Rückspiel? keine show, pflicht

Rückspiel? keine show, pflicht

Die Tür zum Viertelfinale steht weit offen, doch Dreesen warnt: „Wir spielen nicht larifari.“ Kompany wird rotieren, aber nicht experimentieren. Die letzte Niederlage im Achtelfinale liegt zwölf Jahre zurück, diese Mannschaft will Seriosität, keine Statistik-Falle.

Die Botschaft ist klar: Wer 6:1 gewinnt, darf träumen. Aber erst nach dem 90. Minuten in der Allianz Arena ist der Traum Realität. Bis dahin zählt nur die nächste Aktion – und die kommt am Mittwoch um 21 Uhr.