Bayern beschert pesic atempause – playoff-traum lebt nur noch rechnerisch
Roter Stern weint, München jubelt – aber nur kurz. Mit einem 85:80 in Belgrad haben die Bayern zwar ihre Horror-Woche beendet, die Playoff-Tür ist ihnen trotzdem kaum noch aufzukriegen.
Der 14-punkte-plot: pesic verlangte mut, obst lieferte
50:36 hieß es in der 18. Minute, die Arena schon halb leer, weil serbische Fans glaubten, ihr Team sei fertig. Dann drehte Roter Stern auf, zog auf 78:75 vor, und ausgerechnet Andreas Obst – Weltmeister, Zonen-Spezialist, Lebensversicherung – versenkte zwei Dreier zum 81:78. Pesic klatschte ein einziges Mal in die Hände, mehr nicht. Er wusste: Der Sieg ist ein Befreiungsschlag, aber kein Neuanfang.
Die Zahlen sind gnadenlos: 13 Siege, 17 Niederlagen, drei Spiele noch. Selbst wenn die Bayern alle gewinnen, müssten sie auf Ausrutscher von mindestens drei Konkurrenten warten. Die Rechnung ist so zäh wie die Defense der Münchner in der dritten Viertelstunde, als Belgrad 14 Offensiv-Rebounds eroberte und die Bayern-Zone auseinander nahm.

Was pesic in der kabine sagte – und warum obst den satz für sich behält
„Wir haben nicht gejubelt“, sagte Obst nach seinem 16-Punkte-Abend. „Pesic hat uns nur angeguckt und ‚Weiter‘ gesagt. Mehr nicht.“ Der Coach wirkte wie ein Mann, der weiß, dass ein einzelnes Feuerwerk keine Saison rettet. Die EuroLeague-Tabelle zeigt Bayern auf Rang 14, drei Längen hinter dem letzten Ticket. Und das Restprogramm? Barcelona, Olympiakos, Baskonia – alles Playoff-Kandidaten. Kein Wunder, dass in der Mixed Zone keiner von „Mission möglich“ sprach.
Dennoch: Für einen Abend hatten die Münchener wieder das Gefühl, dass ihre Dreier fallen, dass ihre Defense hält, dass ihre Saison nicht schon gestern zu Ende war. Pesic nahm den Bus in den Innenhof stehen, ließ die Spieler noch fünf Minuten sitzen und zündete sich eine Zigarette an. Der Qualm stieg auf, die Playoff-Chance nicht. Aber man lebt – und das ist in dieser Saison schon eine kleine Nachricht.
