Baumeister verpasst sieg um 0,09 sekunden und schlägt zurück

Stefan Baumeister flog auf dem schmalen Kurs von Krynica wie entfesselt – und landete doch wieder auf dem zweiten Platz. 0,09 Sekunden: dieselbe Lücke wie vor zwölf Monaten bei der WM. Der 32-Jährige schnauzte, lachte, schüttelte die Latten. Endlich wieder Final-Feeling, endlich wieder Speed. Nur der Sieg blieb dem Deutschen verwehrt.

Maurizio bormolini nutzt die kleinste schwäche

Der Italiener wartete im unteren Waldweg auf Baumeisters kleinen Hänger, schob sich in der letzten Flachpassage vorbei und nahm sich die Kristall-Kugel. Baumeister ballte die Faust, aber die Geschichte war geschrieben: vier Jahre nach seinem letzten Weltcup-Triumph fehlte wieder ein Hauch Glück. „Ich bin endlich wieder mal richtig ins Fahren gekommen“, sagte er mit einem Grinsen, das die Enttäuschung kaum verstecken konnte.

Das Podest in Polen ist seine persönliche Revanche für das Olympia-Debakel von Livigno, wo er schon in der Qualifikation strauchelte. Jetzt zeigte er, dass die alte Spritzigkeit zurück ist – und dass der zweite Platz kein Trostpreis ist, sondern eine Kampfansage an den Rest des Feldes.

Ramona hofmeister sprintet zurück ins leben

Ramona hofmeister sprintet zurück ins leben

Während Baumeister um den Sieg kämpfte, lief Ramona Hofmeister durchs Ziel – und winkte nur kurz. Platz vier, das klingt nach dem, was Olympia war: knapp, aber ohne Medaille. Doch die 29-Jährige strahlte. Fünf Podestplätze in dieser Saison, drei davon nach ihrer Sprunggelenks-Operation im September. Die verpasste Olympia-Chance sitzt noch tief, aber Krynica ist ihre Antwort.

Im Halbfinell verpasste sie gegen die Österreicherin Sabine Payer den Einzug ins Finale, im kleinen Finale unterlag sie der Schweizerin Patrizia Kummer. Dennoch: Hofmeister fuhr mit gebrochenem Knöchel zurück aufs Weltniveau – und kehrt als eine der konstantesten Athletinnen der Saison heim.

Deutschlands Snowboard-Team verlässt Polen ohne Sieg, aber mit Selbstbewusstsein. Die Saison ist noch nicht vorbei, und Baumeister hat schon angekündigt: „Wir haben noch ein paar Rennen. Das war nur der Anfang.“