Bastoni schiebt barça-gerüchte beiseite – doch cubarsi spricht klartext

Es ist ein warmer Nachmittag in Appiano Gentile, und Alessandro Bastoni lacht nicht. Der italienische Europameister steht vor der Presse, seine Arme verschränkt, die Kinnlade leicht nach vorn – ein Verteidiger, der weiß, dass jedes Wort jetzt zählt. Die Frage nach Barcelona hängt schon seit Tagen in der Luft wie ein hoher Ball, den niemand entschärfen will.

Cubarsi liefert den zündfunken

Der spanische Youngster Pau Cubarsi hatte bei RAC1 kurz zuvor gesagt, er und Bastoni würden sich auf Instagram verfolgen, „weil wir Gegner waren und weil wir Kollegen sind“. Ein harmloser Satz, wäre da nicht die Katalonien-Presse, die daraus sofort eine Transfer-Kette schmiedet: Bastoni als nächste Leuchte im Camp Nou, die Abwehr der Zukunft aus zwei Freunden.

Wir reden über einen großartigen Spieler, aber in der Abwehr sind wir gut aufgestellt. Wir diskutieren nicht über Leute, die nicht hier sind“, sagt Bastoni mit dieser rauen Stimme, die klingt, als hätte sie schon jeden Sturm in Mailand überstanden. Ein Dementi? Fast. Ein Handschlag an seinen Klub? Sicher. Aber hinter den Kulissen flackert es.

Inter will 70 millionen – und barça zahlt nur, wenn es muss

Inter will 70 millionen – und barça zahlt nur, wenn es muss

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Inter hat in der UEFA-Champions-League-Saison 2024/25 die zweitbeste Defensive der K.-o.-Phase, Bastoni führt die Zweikampfquote (71 %) und die Balleroberungen (6,8 pro Spiel) an. Sein Marktwert liegt bei 65 Millionen Euro, die Nerazzurri legen eine Preisschmerzgrenze bei 70 fest. Barcelona dagegen muss bis Juni 2026 noch 1,2 Milliarden Euro Schulden tilgen – ein Spielraum, der eher für Leihgeschäfte reicht.

Doch der sportliche Reiz ist offensichtlich. Trainer Hansi Flick sucht einen linken Verteidiger, der sein 3-2-5-System mit Innenverteidiger-Libero bestücken kann. Bastoni passt wie ein Handschuh: 1,90 m groß, 85 kg schwer, Ballbehandlung wie ein Sechser und Pässe, die 40 Meter über die Schultern der Gegner segeln. Cubarsi wiederum steht für den neuen Typus des katalanischen Abwehrspielers: kühl, schnell, spielintelligent. Gemeinsam wären sie das neue Piqué–Puyol-Duett – nur jünger und instagramaffin.

Die wahrheit steckt im kleingedruckten

Die wahrheit steckt im kleingedruckten

Was keiner erwähnt: Bastonis Berater Tullio Tinti saß Anfang April bereits in der Castelldefels-Villa von Barça-Sportdirektor Deco. Keine offizielle Verhandlung, nur ein „informelles Gespräch über italienisches Eis“, wie es hinterher hieß. Laut FIFA-Statut wäre ein Kontakt vor April erlaubt, weil Bastonis Vertrag bis 2027 läuft. Die Uhr tickt trotzdem: Wenn Inter in diesem Sommer keine 70 Millionen sieht, wird der Klub im Winter wohl den Stecker ziehen – und Bastoni würde für 50 Millionen plus 20 Millionen Boni über den Jordan gehen.

Am Rande des Trainingsplatzes steht ein einzelner Barça-Scout mit Tablet und Stopuhr. Er notiert sich jede Ballannahme, jeden Sprint. „Er ist ein Riese mit Fußballhirn, murmelt er auf Katalanisch. „Aber ein Riese, der noch nicht einmal weiß, dass er morgen vielleicht schon in Blau-Grana steht.“

Für Bastoni selbst bleibt nur die nächste Trainingseinheit – und die Gewissheit, dass Freundschaften im Profifußball selten länger halten als ein Instagram-Story-Video. Die Kamera zoomt aus, die Sonne versinkt hinter den Lombardei-Hügeln. Irgendwo in Barcelona klingelt schon das nächste Telefon.