Bastoni kämpft gegen pfiffe und verletzung zugleich
Es läuft gerade gar nicht für Alessandro Bastoni. Der Innenverteidiger von Inter Mailand sammelt dieser Tage Tiefschläge wie andere Leute Punkte in der Tabelle: Erst die Pfiffe in Lecce, dann die Pfiffe im Coppa-Italia-Spiel beim Como – und nun, fast einen Monat nach der berüchtigten Schwalbe gegen Juventus, auch noch der Empfang im San Siro der Rossoneri. Ohrenbetäubend, erwartbar, gnadenlos.
Ein zweikampf, der ihn vom platz zwang
Bis zur 68. Minute hielt Bastoni durch. Dann kam Adrien Rabiot, ein harter Zweikampf im Mittelfeld, und der Verteidiger sackte zusammen. Schiedsrichter Doveri zückte Gelb – Bastoni merkte es kaum, er wälzte sich vor Schmerzen auf dem Rasen. Die Tibia hatte es abbekommen, die Diagnose lautet: starke Prellung. Carlos Augusto übernahm seinen Platz, Bastoni verließ den Platz mit sichtbarem Hinken.
Was den Abend noch bitterer macht: Das Derby endete für Inter ohne Jubel, schon seit zwei langen Jahren wartet der Klub auf einen Sieg in diesem Stadtduell. Wenn es regnet, scheint es bei Bastoni gerade immer zu schneien.

Die schwalbe, die nicht verblasst
Das Foul an Bastoni durch Rabiot war real. Das Gelb war vielleicht streng. Aber der Kontext ist nicht wegzudiskutieren: Die Szene gegen Juventus hat sich in die kollektive Erinnerung der italienischen Fankurven eingebrannt. Entschuldigungen hin oder her – wer einmal als Simulant abgestempelt ist, muss in jedem Stadion der Serie A damit rechnen, ausgepfiffen zu werden. Das ist die ungeschriebene Regel des Calcio, und Bastoni erlebt sie gerade am eigenen Leib.
Ob er am nächsten Spieltag dabei sein kann, entscheidet der medizinische Stab von Inter nach einer genauen Untersuchung. Im günstigsten Fall reichen 48 Stunden Ruhe. Doch selbst wenn er körperlich fit ist – die Pfiffe werden ihn noch eine Weile begleiten.
