Basler: verpasste wm – und ein leben voller verpasster chancen?

Mario Basler, der ewige Unruhestifter des deutschen Fußballs, schäumt. Nicht etwa über den aktuellen Stand der WM in Nordamerika, sondern darüber, dass er selbst bei diesem Spektakel auf die Tribüne verbannt wurde. Eine bittere Pille für den einstigen Freistoß-Zauberer, der sich im Doppelpass bei Sport1 über die Einführung der Trinkpausen lustig gemacht hat – genau diese Trinkpausen, die er einst selbst vehement gefordert haben soll, um seine Spielzeit künstlich zu verlängern. Ein Zirkus, wie man ihn liebt, und wie man ihn von einem erfahrenen Sportjournalisten erwartet.

Die chance verpasst: ein leben zwischen genie und wahnsinn

Es ist eine Geschichte von verpassten Gelegenheiten, von genialen Momenten und ebenso fragwürdigen Entscheidungen. Basler, der einst mit einem prächtigen Freistoßtor gegen Manchester United die Bayern ins Champions-League-Finale katapultierte, nur um dort eine bittere Niederlage zu erleben, hätte mehr sein können. Hätte man ihm zugehört, seine Freistoßkünste weiter gefördert, wer weiß, vielleicht wäre er heute Nationaltrainer der Türkei – ein Land, dem er zweifellos mit seiner Deutschfreundlichkeit wohlgesonnen ist. Vincenzo Montella, der aktuelle Trainer, scheint da ja eher Schwierigkeiten zu haben, das Sechzehntelfinale zu erreichen.

Undav, der Shootingstar der WM, zeigt, dass Julian Nagelsmann ein Auge für Talent hat. Doch Basler, der selbst einmal ein solcher Joker gewesen sein könnte, scheint in einer Trainerkarriere im Niemandsland gestrandet. Türk Gücü Oberhausen war nur ein kurzer Zwischenstopp auf einer langen Reise. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko bleibt ihm verwehrt – ein weiteres Kapitel in einer Karriere voller verpasster Chancen.

Ronaldo und messi: ewig jung, ewig rivalisierend

Ronaldo und messi: ewig jung, ewig rivalisierend

Während Basler auf der Couch sitzt und die WM verflucht, präsentieren sich Cristiano Ronaldo und Lionel Messi weiterhin auf höchstem Niveau. Ronaldo, sichtlich geplagt von Messis fünf Toren in den ersten beiden Spielen, legte mit Portugal ein fulminantes 5:0 gegen Usbekistan hin. Ein Wettstreit, der die Fußballwelt seit Jahrzehnten in Atem hält. Und Manuel Neuer, der deutsche Torwart, träumte sicherlich kurzzeitig davon, selbst einmal im Angriff zu stürmen.

Doch die wahre Währung im Fußball sind nicht nur Tore, sondern entscheidende Momente. Wie bei Harry Kane, dem Kapitän Englands, der für jedes Tor im Waldgasthof Baierbrunn ein Wiener Schnitzel bekommt – und trotzdem noch nicht satt ist. Seine Leistung zählt, seine Treffer entscheiden Spiele. Und genau das, so scheint es, fehlt Mario Basler.

Die WM hat uns Nick Woltemade beschert, ein Talent, das Nagelsmann gewürdigt hat. Basler, der Meister der langen Trinkpause, hätte sicherlich die längste Pause der Welt gefordert. Aber das Leben, wie so oft, spielt seine eigenen Spiele. Und Mario Basler sitzt am Spielfeldrand, während die Welt weiter um ihn herum tanzt.