Basel muss in winterthur auf abwehrchef omeragic verzichten
Der FC Basel reist ohne Becir Omeragic nach Winterthur. Der 21-jährige Innenverteidiger zieht sich die Blessur am Fuß vom Samstag gegen Servette mit, die Schmerzen sind weiter zu groß. Trainer Stephan Lichtsteiner muss umplanen – und das genau jetzt, wo seine Defensive endlich wieder Stabilität verströmte.
Daniliuc und vouilloz rücken in die zentrale
Flavius Daniliuc hat nach seiner Hüft-Operation gerade erst das Comeback gefeiert. Gegen Servette stand er 70 Minuten, schob sich souverän in die Lücken, gewann 75 % seiner Zweikämpfe. Nun soll er gemeinsam mit Nicolas Vouilloz die Angriffe des Aufsteigers stoppen. Eine Lösung, die intern mit gemischten Gefühlen kommentiert wird: Daniliucs Spielintelligenz ist unbestritten, die Frage lautet nur, ob der Körper zwei Vollgas-Einsätze innerhalb von fünf Tagen verkraftet.
Der Ausfall von Omeragic trifft den FCB auf dem falschen Fuß. Seit seinem Transfer aus Zagreb ist der Schweizer U21-Internationale zum unbestrittenen Leitwerk geworden, klärt mit 2,3 Balleroberungen pro Spiel mehr als jeder andere Basler Feldspieler. Ohne ihn kassierte das Team in dieser Saison bereits drei Gegentore in 67 Minuten – eine kleine Statistik, die Lichtsteiner nicht schmeckt.

Tsunemoto fällt auch aus – rechtsverteidigung wird zum puzzle
Weiterhin isoliert trainiert Keigo Tsunemoto. Der Japaner laboriert an einer Oberschenkelzerrung, seine Teilnahme an der Japan-Auswahlspiele im Juni steht ebenfalls auf des Messers Schneide. Für die Rechtsverteidigung bleibt nur noch Sergio López als natürliche Option, weshalb die Staffelung eventuell auf Dreierkette wechseln könnte. Lichtsteiner liebäugelt intern mit einer 3-4-3-Variante, um die offensiven Außenbahnen zu besetzen und gleichzeitig Vouilloz in der Mitte zu schützen.
Die Zahlen sind hart: Basel kassierte in den letzten drei Partien vier Treffer, die erwarteten Tore (xGA) lagen bei 2,1 – ein Wert, der nach oben drängt. Gegen Winterthur, das mit 15 Toren zweitstärkster Angriff der Relegationsrunde ist, wird die Defensive erneut auf Probe gestellt. Die letzte Auswärtsniederlage in Schaffhausen schwirrte tagelang durch die Kabine, ein zweiter Rückschlag würde das Ziel Europacup-Platz 3 unnötig in die Ferne rücken.

Interne lösungen statt transferwunsch
Die Verantwortlichen verweisen auf den Kader, ein Nachrüsten im Winter sei nicht vorgesehen. Dafür lobt Sportchef Carlos Bernegger die Professionalität von Daniliuc: „Er brennt darauf, seine Verletzungshistorie abzuhaken und genau jetzt zu liefern.“ Bei Vouilloz sieht man einen Spieler, der mit 1,95 m Länge Standardsicherheit garantiert – zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis fehlt es dem 23-Jährigen an Rhythmus: nur 192 Minuten in diesem Jahr, zuletzt Anfang März über 90 Minuten.
Derweil plant St. Gallen bereits die Meisterfeier, auch wenn die Statistik besagt, dass Basel seit neun Jahren kein Spiel in Winterthur verlor. Die letzte Niederlage datiert aus dem Oktober 2014, damals unter Trainer Paulo Sousa. Doch Geschichte zählt nur auf dem Papier. Mit oder ohne Omeragic – der FCB muss liefern, sonst verliert er nicht nur Punkte, sondern auch das Momentum in der heißen Phase der Saison. Der Druck wächst, die Lösung liegt im Kader. Ob sie reicht, entscheid sich am Sonntag um 16:30 Uhr in der Schützenwiese.
