Barça zerlegt sevilla mit 5:2 und jagt real vor dem cl-kracher

Raphinha hämmert drei Tore, Camp Nou tobt – und Hansi Flick kriegt vor dem Champions-League-Rückspiel gegen Newcastle genau die Antwort, die er brauchte: Barça spielt sich in 90 Minuten von der Krise in den Rausch.

Der 9. minute war alles klar

Cancelo fällt, Elfmeter. Raphinha schiebt ein. Zwölf Minuten später dieselbe Prozedur, selber Schütze, selber Jubel. Die alte Feuerkatastrophe vom Oktober (1:4 in Sevilla) verflüchtigt sich mit jedem Schlag des Brasilianers, der mit einem Dreierpack (9./21./51.) seine Saison-Torausbeute auf elf erhöht. Dani Olmo schraubt den Vorsprung vor der Pause auf 3:0, José Ángel hilft mit einem Handspiel nach. Sevilla wirkt wie ein Testspielgegner, der sich verfahren hat.

Die Zahlen sind gnadenlos: 15 Heimspiele, 15 Siege. Barça hat noch keinen Punkt in Camp Nou abgegeben, stellt damit LaLiga auf Null und den Vorsprung auf Real Madrid wieder auf vier Zähler. Die Königlichen hatten tags zuvor in der Nachspielzeit bei Betis gewonnen – und genau diese Antwort lieferte Flicks Team ohne Nachzucken.

Die einzige Delle: Oso netzt in der 45.+3 ein, Djibril Sow köpft in der 90.+2 zum 2:5. Kosmetik, mehr nicht. Doch selbst diese Gegentore passen ins Konzept, erinnern die Katalanen daran, dass Konzentration auch Mittwoch in St. James’ Park non-negotiable ist.

Cancelo bester mann ohne torvorbereitung

Cancelo bester mann ohne torvorbereitung

Statistiker würden sagen: Null Assists. Wer das Spiel sah, weiß: Der Portugiese bestimmte die Anfangsphase wie ein Dirigent. Er provoziert die beiden Elfmeter, schlägt danach jeden zweiten Ball in den Strafraum, tankt sich durch Sevillas linke Seite, als gäbe es kein Morgen. Sein Solo-Treffer zum 5:1 ist die logische Folge aus 60 Minuten Dauerbetrieb.

Flick rotiert geschickt: Gündogan pausiert, Pedri bekommt 20 Minuten Spielzeit, Bernal (17) steht in der Startelf und passt bei Olmos 3:0 vor. Der Trainer verrät nach Abpfiff: „Wir wollten Tempo, wir wollten Tore – und wir wollten Frische für Newcastle. Mission erfüllt.“

Die Englischen Medien werden sich an den Score festbeißen: Barça erzielte 17 Tore in den letzten drei Pflichtspielen, kassierte dabei nur drei. Die Defensive um Iñigo Martínez wirkt endlich abgestimmt, Torwart Iñaki Peña profitiert von einer zurückkehrenden Sicherheit.

Der countdown läuft: newcastle wartet

Der countdown läuft: newcastle wartet

Mittwoch, 21 Uhr, St. James’ Park. Das 1:1 aus dem Hinspiel wirft Fragen auf. Wird Flick Raphinha links laufen lassen, wo Sevilla zerbrach? Ortet er die Lücke zwischen Taavertes und Bade, wo Cancelo lebte? Die Antworten hat Barça soeben vor 88 000 eigenen Fans gegeben – laut, brutal und unmissverständlich.

LaLiga ist längst kein Selbstläufer, aber wer so auftrumpft, verspielt keine Köpfe mehr. Real muss erst einmal wieder gewinnen, Barça kann sich auf das konzentrieren, was den Club am Leben hält: europäische Nächte. Und wenn Raphinha so weitermacht, trägt Newcastle am Ende vielleicht sogar den Samba im Ohr.