Barça stürmt in nantes: 50 siege, vier titel – jetzt jagt katalonien den nächsten champions-league-gig
Endlich rollt wieder der Ball in der Königsklasse: Der FC Barcelona Handball eröffnet an diesem Donnerstag (20.45 Uhr) das Viertelfinale bei HBC Nantes – und trifft dabei auf den Gegner, der ihm vor zehn Monaten den dritten Platz weggeschnappt hat. Die Revanche ist angesagt, der Favorit klar: 50 Pflichtspielsiege in 51 Partien, vier Titel bereits eingepackt, kein einziger Spieler in der Reha-Abteilung.
Carlos ortegas perfekte maschine läuft heiß
Die Zahlen sind kaum noch fassbar: 26 von 28 möglichen Punkten in der Gruppenphase, Platz eins in Gruppe B, danach 45 Tage Pause, genutzt, um die spanische Liga souverän und ohne Niederlage zum 33. Mal zu holen – den 16. Coup in Serie. Carlos Ortega rotierte, schonte, testete, ließ selbst Emil Nielsen und Dika Mem mal ein Wochenende daheim. Ergebnis: Jeder Profi kam auf Minuten, niemand rostete.
Nantes hingegen musste zittern. Gegen GOG Gudme schien das Ausgangs-Aus schon besiegelt, ehe ein 0:3-Finishesprint in der letzten Minute das 30:29 rettete. Im Rückspiel explodierte die Halle: 40:28, acht Tore Valero Rivera, der kürzlich seinen Abschied nach dieser Saison ankündigte. Der spanische Jahrhundert-Linksaußen will mit einem letzten Titel seine Karriere krönen – und genau diese Motivation macht den Gegner so brandgefährlich.

Rivera, minne & co.: französische feuerkraft gegen barças tempo
Die Personalie liegt auf dem Tisch: Aymeric Minne, Thibaud Briet und Kreisläufer Nicolas Tournat haben gemeinsam 76 Treffer in der Champions League erzielt. Dahinter lauern mit Kauldi Odriozola, Nacho Biosca und Ian Tarrafeta drei weitere Spanier, die ihre alte Heimat gern ärgern würden. Tarrafeta kehrt nach Oberschenkelproblemen zurück – ein weiterer Pluspunkt für Trainer Gregory Cojean.
Doch Barça besitzt nicht nur Tiefe, sondern auch Tempo. „Sie spielen wie wir – schnell, aggressiv, mit viel Tempogegenstoß“, sagte Ortega und warnte zugleich: „Minne, Briet und Tournat gehören auf ihren Positionen zu den Top fünf der Welt.“ Die Halle von Nantes ist berüchtigt: 9.000 Zuschauer, enger Parkettbereich, eine Wand aus Lärm. Die catalanische Hymne wird vermutlich untergehen – was den Spielern egal ist, wenn sie ihre 6:0-Deckung mit Timothey N'Guessan und Ludovic Fabregas im Zentrum ordentlich verschrauben.

Der weg nach köln führt über nantes – oder endet hier
Ein Viertelfinale mit Vorgeschichte: Vor zwölf Monaten schickte Nantes Barça mit dem 30:25 im kleinen Finale nach Hause, beendete den goldenen Zyklus von drei Champions-League-Titeln in fünf Jahren und befeuerte die Sommer-Reform mit zehn Abgängen. Diesmal will der Rekordsieger Revanche – und zwar sofort, um sich die Kräfte für das erhoffte Final-Four in Köln aufzuheben. Die Quote spricht für ihn: Nur ein einziges Mal verlor der katalanische Rumpf in dieser Saison, am 13. November gegen Magdeburg (30:31). Seitdem: 28 Siege in Folge.
Der Clou: Sollte Barça das Double-Hinspiel souverän lösen, dürfte Ortega auch im Rückspiel wieder rotieren – und dennoch die Halle mit einem Bein im Halbfinale verlassen. Für Nantes wäre es das größte Erfolgserlebnis seit dem Pokal-Sieg 2022, für Barça nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur achten Final-Four-Teilnahme in Serie. Der Traum von Köln lebt – und er beginnt heute Abend in der Loire-Metropole.
