Barça scheitert trotz 3:0 – atlético zieht ins finale ein
Das Camp Nou hatte alles gegeben. Drei Tore, 70 Prozent Ballbesitz, ein Publikum das brannte – und am Ende stand FC Barcelona trotzdem draußen. Das 3:0 im Halbfinal-Rückspiel der Copa del Rey gegen Atlético Madrid war schlicht zu wenig, um das 0:4 aus dem Hinspiel wettzumachen. Ein Tor fehlte. Nur ein einziges.
Wie barça ein anderes gesicht zeigte – und es trotzdem nicht reichte
Wer das Hinspiel gesehen hatte, traute seinen Augen kaum. Ohne Lewandowski und de Jong presste Hansi Flicks Mannschaft von der ersten Minute an wie besessen, drückte Atlético tief in die eigene Hälfte und ließ den Gästen kaum Luft zum Atmen. Das war kein verzweifeltes Aufbäumen – das war ein anderer Klub.
Den ersten Treffer des Abends erzielte Bernal in der 29. Minute nach einem sehenswerten Solo, fast beiläufig mit dem Fuß abgeschlossen. Raphinha legte kurz vor der Pause per Elfmeter das 2:0 nach. Und als Bernal in der 72. Minute zum 3:0 abstaubte, bebte das Stadion – weil plötzlich wieder alles möglich schien.
Der mann, der den traum zunichte machte
Sein Name wird in Barcelona noch lange nachhallen: Juan Musso. Der Atlético-Torwart war an diesem Abend schlicht unüberwindbar. Schuss für Schuss, Chance für Chance – der Argentinier hielt alles, was Barça in seine Richtung schoss. Ohne ihn wäre dieser Abend wohl anders ausgegangen.
Griezmann verpasste in der 29. Minute fast die Führung für die Gäste – ein Moment, der das Spiel hätte kippen können. Stattdessen traf Barça. Doch das Pokalrecht ist gnadenlos: Wer im Hinspiel vier Tore kassiert, muss im Rückspiel Wunder vollbringen. Und Wunder bestellt man nicht auf Abruf.
Atlético zum ersten mal seit 2013 wieder im pokalfinale
Für Atlético Madrid ist es der erste Einzug in ein Copa-del-Rey-Finale seit 2013 – elf Jahre Wartezeit, nun beendet durch eine Kombination aus Hinspiel-Dominanz und Rückspiel-Nervenstärke. Im Finale wartet entweder Real Sociedad oder Athletic Bilbao. Das Hinspiel zwischen beiden gewann Sociedad mit 1:0, das Rückspiel steigt am Mittwoch in San Sebastián.
Barça hingegen verlässt den Pokal mit dem Gefühl, zumindest die eigene Würde zurückgewonnen zu haben. Ob das Trost genug ist, darf jeder selbst entscheiden. Das 0:4 aus dem Hinspiel bleibt in den Büchern – und ein einziges fehlendes Tor trennte Flicks Mannschaft vom Finale.
