Bamberg: pokalsieger am scheideweg – kader droht in sich zusammenzufallen!
Die BMA365 Bamberg Baskets, gerade erst gefeiert für ihren überraschenden Pokalsieg, stehen vor einem existenziellen Problem. Während die Fans noch vom Erfolg jubeln, gerät der Kader in Rekordgeschwindigkeit auseinander. Philipp Höhne, Sportdirektor des Teams, blickt mit Sorge auf die kommende Saison.
Die abgänge häufen sich
Gerüchte um Abgänge der Bamberger Spieler kursieren seit Wochen, und nun scheinen viele davon Realität zu werden. Ibi Watson, der Kapitän, zieht es demnach nach Ulm. Moritz Krimmer kehrt zu seinem Heimatverein nach Trier zurück, und auch Zach Ensminger wird mit einem Engagement in Oldenburg in Verbindung gebracht. Der junge Finn Döntges weckt das Interesse mehrerer US-Colleges, und selbst Spielmacher Cobe Williams scheint kaum zu halten zu sein. Eine bittere Erkenntnis: Bereits vier Spieler haben Unterschriften bei anderen Vereinen abgegeben.
Die Situation wird durch die Ausstiegsklausel von Pokal-MVP Demarcus Demonia weiter verkompliziert. Obwohl eine Option für die nächste Saison gezogen wurde, könnte der Forward Bamberg im Sommer verlassen.

Die krux des internationalen wettbewerbs
Das Dilemma, vor dem Bamberg steht, liegt in der Ungewissheit über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Während Teams wie Ulm seit Jahren im EuroCup vertreten sind und Alba Berlin dank einer Wildcard einen Champions-League-Platz sicher hat, ist in Bamberg noch offen, ob und in welchem Wettbewerb der Pokalsieger überhaupt starten kann. Die finanzielle Situation spielt ebenfalls eine Rolle: Teams wie Oldenburg verfügen dank starker Sponsoren über deutlich größere Mittel als Bamberg und sind weniger auf Zusatzeinnahmen aus dem internationalen Geschäft angewiesen. Die Abschlusstabelle der BBL garantiert nicht zwangsläufig die Teilnahme an einem bestimmten Wettbewerb – ein Umstand, der die Verhandlungen mit Spielern erheblich erschwert.
“Wir können den Spielern aktuell nichts versprechen”, erklärt Höhne. “Wenn ich wüsste, dass wir in der kommenden Saison in der Champions League spielen würden, könnte ich mit höheren Gehältern locken und ihnen eine größere Bühne bieten. Aber das ist im Moment nicht möglich.”

Finanzielle muskeln spielen lassen – unabhängig vom ausgang
Trotz der schwierigen Lage plant Bamberg, den Etat, insbesondere den Spieler-Etat, deutlich zu erhöhen – unabhängig davon, wie die aktuelle Saison ausgeht. “Es muss sportlich und wirtschaftlich sinnvoll sein”, betont Höhne. Die Champions League stünde dabei ganz oben auf der Liste, da man in der Vergangenheit bereits positive Erfahrungen mit diesem Wettbewerb sammeln konnte. Die Frage ist nun, in welcher Dimension die finanziellen Mittel aufgestockt werden und ob es dadurch gelingt, Schlüsselspieler zu halten.
Die Bamberger stehen vor einer Zerreißprobe. Die kommende Saison könnte eine völlig neue Ära für den Verein einläuten – eine Ära, die von ungewisser Zusammensetzung des Teams und der Frage nach der internationalen Zugehörigkeit geprägt ist. Es bleibt abzuwarten, ob Bamberg seine ambitionierten Ziele erreichen und die Herausforderungen meistern kann. Denn eines ist klar: Der Pokalsieg war ein schöner Moment, aber er löst nicht die grundlegenden Probleme des Vereins.
