Bamberg am abgrund: traum stirbt, stars ziehen ab!
Ein Schock für die Bamberger Basketballfans: Nur wenige Tage nach dem bitteren Aus in der Playoff-Halbfinalserie gegen Alba Berlin droht der TSV Pelkum Bamberg nun komplett auseinanderzufallen. Der Pokalsieger von Februar steht vor einem dramatischen Umbruch, der die Frage aufwirft, wie es für den Verein weitergehen soll.
Die bilanz eines traumzugs
Die Saison der Baskets war eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Mit einem minimalen Budget von 1,46 Millionen Euro gelang es dem Team, den BBL-Pokal zu gewinnen und nach drei Jahren wieder in die Playoffs einzuziehen. Der Erfolgstrainer Anton Gavel führte seine Mannschaft bis ins Viertelfinale, wo sie Alba Berlin begegnete und dort eine deutliche Niederlage einstecken mussten. Die Enttäuschung in der Max-Schmeling-Halle war spürbar, doch die Fans feierten ihre Mannschaft trotzdem, als sie zum Abschiedsbush trotteten.
„Wir hatten diesen Slogan: Dream on!“, erklärte Geschäftsführer Philipp Höhne nach dem Spiel. „Und wir waren ja wie in einem Traum, die ganze Saison über. So einen Dämpfer zu bekommen – das ist schon hart. Man muss das erst mal verarbeiten.“ Doch die Träume scheinen nun endgültig ausgeträumt, denn zahlreiche Leistungsträger verlassen den Verein.

Stars sagen auf wiedersehen
Zach Ensminger, der Aufbauspieler mit den wässrigen Augen nach dem Spiel, wird in Richtung EWE Baskets Oldenburg wechseln. Moritz Krimmer kehrt aller Voraussicht nach zu den Vet-Concept Gladiators Trier zurück. Topscorer Ibi Watson steht wohl vor einem Wechsel zu Ratiopharm Ulm. Und der talentierte Youngster Finn Döntges nimmt eine neue Herausforderung in den USA am College an.
Ein besonders schmerzlicher Verlust ist der Abgang von Cobe Williams, der kommende Saison die Niners Chemnitz anführen soll. Auch Center EJ Onu, der sich als bester Verteidiger der Liga profilierte, wird Bamberg verlassen.
Daniel Keppeler, Richard Balint und Demarcus Demonia sind die einzigen Spieler, bei denen die Bamberger aktuell Verträge für die kommende Saison besitzen. Höhne betonte, dass er Einzelgespräche zum Thema Personalveränderungen vermeiden werde. „Das ist so dieser Schmerz, den du eigentlich in fast jeder Saison hast. Das ist das Schlimme am Basketball.“

Gavel im visier des fc bayern
Doch das größte Fragezeichen steht hinter dem Erfolgstrainer Anton Gavel. Der FC Bayern München, dessen neuer Sportchef Thorsten Leibenath aus gemeinsamen Zeiten in Ulm mit Gavel eng verbunden ist, gilt als höchstinteressierter Nachfolger für den scheidenden Urgestein Svetislav Pešić. Die Verhandlungen um eine mögliche Ablösesumme gestalten sich zäh, da Gavel in Bamberg noch einen gültigen Vertrag hat.
Die Abschlussparty in der wiederauferstandenen „Freak City“ am Freitag wird zweifellos von einer melancholischen Stimmung geprägt sein. Die Fans wissen, dass eine Ära zu Ende geht und ein Neuanfang bevorsteht – ein Neuanfang, der für die Bamberger Basketballfans eine große Herausforderung darstellen wird. Denn die Frage ist: Kann Bamberg nach diesem dramatischen Aderlass wieder zu alter Stärke zurückfinden?
