Ballonkönig blesa rettet rio ave: 5 tore in 7 spielen, klassenerhalt fix

Jalen Blesa lief am 2. Februar durch die Flughafenpiste von Porto, als wäre es ein Spielfeld – und Vila do Conde wurde binnen Wochen zur Fußball-Wundertüte. Fünf Treffer in sieben Liga-Einsätzen, zwei Vorlagen, ein Ass im Ärmel: der 23-jährige Stürmer hat Rio Ave vom Abstiegskandidaten zum sicheren Mittelfeldgasten gemacht.

Der tross der entlassenen stars

Der tross der entlassenen stars

Die Lage war verzweifelt. Mitspieler Clayton und André Luiz wechselten für 5 bzw. 7,5 Mio. € zu Olympiakos – ebenfalls im Besitz von Investor Evangelos Marinakis – und rissen 17 der 22 Saisontore mit. Die Resttorschützenliste: drei Feldspieler plus ein Eigentor. Fans forderten den Rauswurf von Trainer Sotiris Sylaidopoulos, weiße Taschentücher flatterten Richtung Präsidentenloge. Dann kam Blesa, 1,7 Mio. Ablöse aus Cesena, Zweite Liga Italien, unterschrieb bis 2030 und schoss binnen 630 Spielminuten fünf der sechs Ave-Tore.

Seine Reiseroute liest sich wie ein Geheimrezept: Badalona, Penya Barcelonista Anguera, El Masnou, Arlesey Town (16 Tore), Kosovo mit Pokal- und Supercup-Sieg, Georgien, Rumänien, Italien – immer weiter, immer Tore. „Er ist ein moderner Globetrotter, nur dass er sich mit jedem Tor einen Luftballon aufbläst“, sagt Pedro Barata, heute ‚Tribuna Expresso‘, früher MARCA. Die Fans kopieren die Geste, die Kurve gleicht einem Kindergeburtstag, wenn Blesa trifft.

Sylaidopoulos stellt ihn mal als alleinige Spitze, mal als hängende Zehn auf. Zweifuss-Abschluss, Raumdeuter, Temposchalter – der Grieche schwärmt: „Er versteht es, eine Mannschaft emotional hochzuziehen.“ Die Statistik bestätigt: ohne Blesa 0,7 Punkte pro Spiel, mit ihm 2,0. Rio Ave liegt acht Zähler über der Relegation, der Klassenerhalt ist so gut wie gebucht.

Blesa selbst bleibt nüchtern. „Tore machen mich glücklich, aber mein Job ist, dem Team zu helfen“, sagt er nach dem 3:1 gegen Chaves, wo er Doppelpack und Vorlage lieferte. Die Liga-Sieben der Ave ist damit voll: fünf Tore Blesa, eins Gerson, eins Joca. Der Rekord-Ost-Klub Porto jagt mit Oskar Pietuszewski die Meisterschaft, doch der Winter-Transfer-Hit heißt Blesa.

Sein Marktwert stieg laut Transfermarkt seit dem Wechsel von 800 000 € auf 4 Mio. – Tendenz steil. Rio Ave hat nicht nur einen Goalgetter verpflichtet, sondern ein Komplott gegen die Tristesse. Die Luftballons werden noch größer werden, das Versprechen lautet: Saisonende, Platz 8, und kein einziges weißes Tuch mehr im Stadion. Blesa hat den Abstiegskampf zur Party gemacht – mit jedem Tor ein Knall.