Bakambu-poker: betis tobt über verspätete wm-helden

Sevilla – Ein frostiger Wind weht über den Betis Sevilla. Cédric Bakambu, der kongolesische Stürmer, hat sich mal wieder in allerhöchster Not geschätzt – und damit seinen Verein in Rage gebracht. Vier Tage nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Rückkehrzeit aus dem WM-Qualifikationslager in Mexiko landete Bakambu in Sevilla, begleitet von der Euphorie einer ganzen Nation, die nach 52 Jahren endlich wieder eine Weltmeisterschaft erreichen durfte. Doch in Sevilla sieht man die Sache deutlich pragmatischer.

Ein deal ist ein deal: die konsequenzen für bakambu

Die Verzögerung seiner Rückkehr sorgte für kollerische Reaktionen bei Betis-Präsident Ángel Haro. „Ich habe es nicht erwartet, und ich bin alles andere als begeistert von der Situation. Über WhatsApp gab es zwar Kommunikation, aber es ist eine Zitterpartie“, äußerte sich Haro sichtlich verärgert. Neben Bakambu haben auch andere Vereine, deren Reihen internationale Spieler aus der Demokratischen Republik Kongo verstärken, wie Espanyol und Elche, Beschwerden bei LaLiga eingereicht. Diese wiederum leitet die Anfrage an den spanischen Fußballverband und schließlich an die FIFA weiter, um künftige Verstöße zu verhindern.

Das Problem ist nicht nur die verpasste Liga-Partie gegen Espanyol. Bakambu steht auch morgen in Braga in der Europa League nicht zur Verfügung. Die Entscheidung des Kongokonferenz ist für den Betis-Präsidenten nicht nachvollziehbar: „Wir kooperieren mit den Verbänden, und es ist wichtig, sein Land zu vertreten. Aber es braucht auch Seriosität. Die Kongokonferenz hat uns mitgeteilt, dass sie den Spieler vom 3. bis zum 5. zurückgehalten hat. Wir waren nicht einverstanden, und jetzt prüfen unsere Anwälte, welche Schadenersatzansprüche wir geltend machen können.“

Doch damit nicht genug: Betis wird die interne Disziplinarordnung des Vereins anwenden. „Es gibt einen Disziplinarvertrag, den die Spieler unterschreiben. Auch das wird Konsequenzen haben“, betonte Haro. Er machte deutlich, dass er zwar alle Länder respektiert, aber „für mich ist der Betis mein Land, und ich muss ihn vertreten. Sich so spät zurückzumelden, gefällt mir überhaupt nicht.“

Bakambu befindet sich ohnehin im letzten halben Jahr seines Vertrags bei Betis, der im Sommer ausläuft und nicht verlängert wird. Diese Episode dürfte seine ohnehin ungewisse Zukunft beim Verein weiter trüben. Die sportliche Führung des Betis wird sich nun fragen müssen, ob sie auf einen Spieler setzen kann, der bereit ist, die Interessen des Vereins über die seines Heimatlandes zu stellen, selbst wenn es um eine Weltmeisterschaft geht. Die Frage ist: Kann Betis es sich leisten, auf einen Spieler zu bauen, der seine Verpflichtungen gegenüber dem Verein so offensichtlich missachtet?

Ein signal an die zukunft: konsequenzen für andere klubs

Ein signal an die zukunft: konsequenzen für andere klubs

Die Situation um Bakambu ist mehr als nur ein Einzelfall. Sie wirft ein Schlaglicht auf das Spannungsverhältnis zwischen Vereinsinteressen und nationalen Verpflichtungen. Es bleibt abzuwarten, ob die FIFA und die spanischen Verbände in Zukunft strengere Richtlinien für die Freigabe von Spielern für Länderspiele erlassen werden, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Der Betis hat damit begonnen, die juristischen Möglichkeiten auszuloten, um den entstandenen Schaden zu minimieren. Ein deutliches Signal an alle beteiligten Parteien.