Aytekin warnt vor schiedsrichter-krise: "es ist ein kampf!"

Der Abschied steht bevor: Deniz Aytekin pfeift am Wochenende sein letztes Bundesliga-Spiel. Doch der erfahrene Schiedsrichter verlässt das Spielfeld nicht ohne eine deutliche Warnung an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) – und das betrifft den dringend benötigten Nachwuchs.

Schiedsrichter-karriere endet mit eindringlicher mahnung

Schiedsrichter-karriere endet mit eindringlicher mahnung

Aytekin, eine absolute Legende der deutschen Schiedsrichter-Szene, mahnt in einem Interview mit BR24 Sport zur Besonnenheit. "Der Umgang miteinander ist sehr wichtig. Wenn ich mir zu viel gefallen lasse, dann passiert das vielleicht am Wochenende auch in den unteren Ligen“, betont er. Die Belastung für junge Schiedsrichter ist enorm, insbesondere durch den zunehmenden Druck von Social Media und verbale Angriffe. Die Respektlosigkeit nimmt zu, und das macht es schwer, neue Talente zu gewinnen und zu halten.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Jahrelang waren die Anmeldezahlen im Sinkflug, und obwohl Bayern durch die "Jahr des Schiris“-Initiative 2023 einen Trendwenden schaffte, bleibt die Situation angespannt. Die Initiative, bei der auch Profis wie Anton Stach und Nils Petersen unter Aytekins Aufsicht zur Pfeife griffen, zeigte zwar Wirkung, aber die Herausforderungen sind weiterhin real.

Aytekins persönlicher Weg ist bezeichnend. Einst als Spieler die Fußballregeln nicht beachtend, fand er als Schiedsrichter eine neue Leidenschaft. "Ich habe am Wochenende früher drei bis vier Spiele geleitet, das wäre heute undenkbar“, erinnert er sich. Seine 650 Einsätze zeugen von Hingabe und Professionalität. Aber er weiß: Die Zukunft der Schiedsrichterei hängt davon ab, wie der DFB mit den aktuellen Problemen umgeht.

Die "Jahr des Schiris“-Initiative war ein wichtiger Schritt, aber es braucht mehr als nur Werbeaktionen. Es braucht eine Kultur des Respekts, die von den Spielern, den Zuschauern und den Vereinen ausgeht. Andernfalls droht dem deutschen Fußball eine Schiedsrichter-Krise, die das Spiel nachhaltig beeinträchtigen könnte. Denn wie Aytekin so treffend sagt: "Es ist wirklich eine Lebensschule, die Schiedsrichterei.“