Aytekin sagt servus: bundesliga verliert kultschiedsrichter

Ein Kapitel geht zu Ende: Deniz Aytekin, einer der prägendsten Schiedsrichter der Bundesliga-Geschichte, pfeift am Samstag sein letztes Spiel. Nach 18 Jahren und 254 Partien hängt er den Pfiff an den Nagel. Ein Abschied, der viele Fragen aufwirft und die Fußballwelt in Gedanken verweilt.

Mehr als nur ein unparteiischer: aytekins vermächtnis

Mehr als nur ein unparteiischer: aytekins vermächtnis

Deniz Aytekin war nie nur der Mann in der Mitte des Feldes. Er war eine Persönlichkeit, die mit ihrer klaren Linie und ihrer Fähigkeit, auch schwierige Situationen zu deeskalieren, Respekt erlangte – sowohl von Spielern und Trainern als auch von den Fans. Dreimal wurde er zum Schiedsrichter des Jahres gewählt, ein Beweis für seine Konstanz und Professionalität. Seine Entscheidungen waren oft umstritten, aber immer von einem tiefen Verständnis für das Spiel geprägt.

Die Entscheidung, seine Karriere zu beenden, sei ihm nicht leicht gefallen, so Aytekin im Gespräch mit BR24 Sport. „Ich werde die ganzen Menschen nicht vergessen, die man über Jahre immer wieder gesehen hat“, erklärte er. „Die Menschen, die seit Jahren eine Dauerkarte haben. Wenn man sich warm macht, einen persönlich begrüßt. Da fühlt man sich schon als Teil der Fußball-Familie.“ Diese Worte zeigen, wie sehr Aytekin die Verbundenheit zum Fußball und zu seinen Fans schätzte.

935 Gelbe Karten in 254 Bundesliga-Spielen – die Zahlen sprechen für sich. Doch Aytekin war mehr als nur ein Zähler von Verwarnungen. Er war ein Vermittler, ein Stratege, der das Spiel lesen und seine Entscheidungen entsprechend treffen konnte. Seine Fähigkeit, den Dialog mit den Spielern zu suchen und ihnen zu erklären, warum er eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, war bemerkenswert.

Und was kommt nach dem Pfiff? „Ich denke, ich werde eine kleine Feier machen“, so Aytekin. „Das Besondere ist, wenn Menschen dabei sind, die einem nah und wichtig sind.“ Eine Familie und Freunde stehen ihm nun zur Seite, nachdem er so viele Jahre dem Fußball gewidmet hat. Eine Karriere in den unteren Ligen kommt jedoch nicht in Frage: „Da müsste ich einen schriftlichen Antrag bei meiner Frau stellen, der wird definitiv abgelehnt.“

Am Samstag wird Aytekin beim Spiel zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Köln zum letzten Mal das Spielfeld betreten. Ein Abschied von einer Legende, die das Gesicht des deutschen Fußballs nachhaltig geprägt hat. Seine Präsenz wird fehlen, aber sein Vermächtnis bleibt bestehen.