Axmann kämpft zurück: handball-comeback nach knie-drama?
Hamburg. Dominik Axmann, der Name steht für Widerstandsfähigkeit im deutschen Handball. Nach einer Achterbahnfahrt aus Verletzungen, Operationen und monatelanger Ungewissheit spricht der HSV Hamburg-Profi nun offen über seine Zukunft – und die ist überraschend optimistisch. Kann er nach unzähligen Rückschlägen tatsächlich ein Comeback feiern?
Die narben der vergangenheit
Die Krankenakte von Axmann liest sich wie ein Lehrbuch der Sportverletzungen: zweimal Kreuzbandriss, Meniskusschaden, Fußbrüche, Bänderverletzungen – die Liste ist lang und schmerzhaft. Jeder Fan des HSV Hamburg, jeder Handballkenner, hätte wahrscheinlich Verständnis für eine frühzeitige Beendigung seiner Karriere gezeigt. Doch Axmann denkt anders. Er erinnert sich noch gut an den „Grusel-Auftritt“ seiner Mannschaft gegen Göppingen – ein Weckruf, der ihn nicht entmutigte, sondern neu belebte.
„Wenn ich jetzt aufgeben würde, könnte ich es auch sein lassen“, erklärt Axmann mit Nachdruck. Der 26-Jährige hat in den letzten Monaten eine mentale wie auch physische Tortur durchlebt. Die Diagnose im März 2025 – ein erneuter Riss des rechten Kreuzbandes, verbunden mit einem Meniskusschaden – war ein harter Schlag. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein hoffnungsschimmer: narbengewebe
Die neueste Diagnose gibt Axmann nun neuen Mut: Das Kreuzband war im Dezember „nur“ angerissen, und um das Knie hat sich Narbengewebe gebildet, das die Ärzte als „sehr positiv“ bewerten. Ein erneuter Eingriff wurde gegen alle Erwartungen vermieden. „Wir trainieren jetzt, bauen auf und versuchen, das Knie muskulär und reaktiv perfekt zu stabilisieren“, so Axmann. Die Entscheidung gegen die OP traf er nach Gesprächen mit mehreren Spezialisten, die ihm die Risiken eines erneuten Eingriffs deutlich vor Augen führten: es hätte das gesamte Knie in Mitleidenschaft ziehen können.
Axmann ist sich bewusst, dass es ein riskantes Unterfangen ist, seinen Körper auf diese Weise zu fordern. Doch die Erinnerung an seine Mutter, Handball-Weltmeisterin von 1993, deren Karriere ebenfalls durch eine Knieverletzung frühzeitig beendet wurde, spornt ihn zusätzlich an. „Das ist natürlich präsent“, gibt Axmann zu.

Der blick nach vorne
Axmann arbeitet täglich an seiner Stabilität und Muskulatur. Sein Ziel: Im Juli fit in die Vorbereitung zur Saison 2026/27 starten. „Da zickt das Knie wirklich wenig rum“, berichtet er zufrieden. „Aktuell habe ich keine Probleme. Insofern bin ich positiv gestimmt.“
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, ein letzter Versuch, die Karriere zu retten. Doch eines ist klar: Dominik Axmann ist ein Kämpfer, der sich nicht ohne Kampf geschlagen gibt. Und wenn es klappt, dann wird das Handball-Deutschland Zeugen eines bemerkenswerten Comebacks – eines Mannes, der sich mit unbändigem Willen und eisernem Durchhaltevermögen dem Sport zurückgeschlagen hat. Die Daumen sind gedrückt!
