Tomba jubelt: „antonelli holt den sieg, den ich ihm schon zutraute“
Alberto Tomba hat wieder jemanden, für den er anfeuern kann. Der Skilegende aus Bologna schickte Kimi Antonelli vor einem Jahr ein Video mit der Botschaft: „Wir erwarten dich als Sieger.“ Nun ist es soweit – und die Stadt feiert ihren neuen Helden.
„Ich habe seinen vater angerufen, wir organisieren ein essen“
Tomba, 58, spricht mit dem Klang eines Mannes, der weiß, wie sich Jubel anfühlt. Er kennt die Last, die Last der Erwartung. Und er kennt das Gefühl, wenn beides plötzlich in einem einzigen Moment verschwindet. Am 15. März 1998 gewann er in Crans-Montana seinen letzten Weltcupslalom. Genau 28 Jahre später, am 15. März 2025, stand Antonelli in Shanghai auf dem Podest. „Das ist keine Statistik, das ist ein Kreis“, sagt Tomba.
Die beiden haben nie miteinander gesprochen. Nur über die Medien. Über die Straßen von Bologna, in den Bars, in denen früher über Tomba gesprochen wurde – und jetzt über Antonelli. „Die Leute schauen ihn an wie damals mich“, sagt Tomba. „Er ist 19, ich war 20, als ich das erste Mal gewann. Wir sind beide in eine Welt eingebrochen, die uns nicht haben wollte. Und wir haben sie gezwungen, uns zu feiern.“
Antonelli fuhr in China seine erste Pole Position – jüngster Fahrer aller Zeiten. Dann gewann er das Rennen. Nach einem schwachen Start. Nach einem Überholmanöver gegen Hamilton. „Das war kein Glück, das war Kalkül“, sagt Tomba. „Er hat gezeigt, dass er wächst. Und das ist das Wichtige. Nicht der Sieg an sich – sondern der Weg dahin.“

„Ferrari? natürlich. aber erstmal genieße ich bologna“
Tomba trägt keine Skihose mehr. Er trägt Jeans und eine Brille, die ihn älter wirken lässt, als er ist. Er spricht über die Ferrari-Jahre, über die er nie spricht. Über 1995, als er den neuen Boliden vor der Presse enthüllte. „Ich war der Mann, der das Tuch zog“, sagt er. „Aber das ist Vergangenheit. Jetzt schaue ich Fernsehen. Und bald vielleicht wieder live. Wegen Kimi.“
Er will ihn treffen. Nicht als Fan, sondern als Vorbild. „Ich habe seinen Vater angerufen. Wir organisieren ein Essen. Kein Event. Keine Kameras. Nur wir. Bologna hat zwei Söhne, die die Welt erobern wollten. Jetzt sitzen sie an einem Tisch. Das ist mehr als ein Foto. Das ist ein Versprechen.“
Und dann sagt er einen Satz, der bleibt: „Ich habe aufgehört zu gewinnen, damit er beginnen kann.“
