Schmutzige kennzeichen: knall droht – so vermeiden sie die strafe!
Ein schmutziges Kennzeichen ist mehr als nur ein ästhetisches Problem – es kann teuer werden. Die Polizei und moderne Überwachungstechnik sind unerbittlich und ahnden mangelnde Sauberkeit mit einer empfindlichen Strafe. Was viele Autofahrer nicht wissen: Die Anforderungen an die Lesbarkeit sind strenger, als man denkt.
Die überwachungskameras haben ein waches auge
Früher konnte man es sich noch mit einem leicht verschmutzten Nummernschild leicht machen. Doch Zeiten ändern sich. Moderne Überwachungskameras, die an Straßen und Kreuzungen installiert sind, scannen Kennzeichen in atemberaubender Geschwindigkeit und Detailgenauigkeit. Ein einfacher Schwall Regen, der Schmutz und Dreck auf dem Schild verteilt, kann schon ausreichen, um die automatische Lesung zu verhindern. Das Ergebnis: Ein Bußgeld – und das kann einem schnell passieren!
Was genau wird geahndet? Es reicht nicht aus, wenn das Kennzeichen nur „etwas lesbar“ ist. Das Gesetz fordert eine vollständige und eindeutige Lesbarkeit aus einem „angemessenen Winkel“. Das bedeutet, ein Beamter oder eine Kamera muss das Schild aus einer gewissen Entfernung problemlos erfassen können. Schon eine leichte Beschädigung, ein Kratzer oder eine Verwitterung können hier zum Problem werden.
Ein nasser Fleck, der einzelne Buchstaben überdeckt, oder Dreck, der Ziffern verfälscht – das sind Szenarien, die schnell zu einer Strafe führen können. Die Polizei muss sich nicht einmal nähern, um das Schild zu überprüfen. Ist die Lesbarkeit aus der Entfernung beeinträchtigt, wird ein Bußgeld verhängt.
Die Höhe der Strafe beträgt 200 Euro, kann aber im Rahmen der Selbstzahlerregelung auf 100 Euro reduziert werden. Wer jedoch versucht, die Kameras mit Aufklebern oder reflektierenden Sprays zu täuschen, riskiert sogar ein deutlich höheres Bußgeld von 6.000 Euro und den Verlust des Führerscheins.

Metall vs. acryl: worauf sie achten müssen
Besonders betroffen sind Autofahrer mit älteren Metallkennzeichen. Diese sind anfälliger für Verformungen, beispielsweise durch unsachgemäßes Anbringen oder Parkvorgänge. Eine verbogene Schildbeschriftung kann die Lichtreflexion verändern und somit die Lesbarkeit beeinträchtigen. Auch die Farbe der Ziffern kann im Laufe der Zeit verblassen, insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung. Die schwarze Farbe wird dann blass und grau, was die Lesbarkeit ebenfalls erschwert.
Moderne Kennzeichen aus Acrylglas sind zwar robuster, aber auch hier können interne Risse durch Steinschläge entstehen. Wichtig ist, dass die Schrauben und Nieten die Lesbarkeit des Schildes nicht behindern. Sie dürfen keine Buchstaben oder Zahlen verdecken oder fälschlicherweise als solche interpretiert werden. Auch der Rahmen um das Kennzeichen darf nicht lose sein und darf die Lesbarkeit nicht beeinträchtigen.
Und zu guter Letzt: Die Beleuchtung des Kennzeichens muss jederzeit gewährleistet sein. Elf oder zwölf kleine Lämpchen sorgen dafür, dass das Schild auch bei Dunkelheit gut erkennbar ist. Fehlt eine einzelne Glühbirne, kann das ebenfalls zu einem Bußgeld führen.
Die Moral von der Geschichte: Ein kurzer Blick auf das Kennzeichen und ein feuchtes Tuch reichen oft schon aus, um teure Strafen zu vermeiden. Eine Investition von wenigen Sekunden kann sich langfristig auszahlen.
