Como und sassuolo: zukunftsvisionen im stau
Ein Stau auf der A1, ein Konferenz, die nicht stattfinden kann – und doch: Die Zukunft des Fußballs stand im Fokus. Wie Como und Sassuolo, zwei Vereine mit unterschiedlichen Geschichten, aber ähnlichen Zielen, den Fußball von morgen gestalten wollen, wurde im Vorfeld des Ligaspiels in Reggio Emilia diskutiert.
Die herausforderungen der modernen vereinsführung
Die Konferenz „Generazione S. Der Fußball der Zukunft zwischen Modellen, Ideen und Verantwortung“ sollte eigentlich mit Giovanni Carnevali (Sassuolo) und Suwarso (Como) auf dem Podium stattfinden. Doch ein Verkehrsunfall sorgte dafür, dass beide Funktionäre im Auto festsaßen und sich nur per Videozuschaltung an der Diskussion beteiligen konnten. Carnevali, sichtlich frustriert vom Rücksitz seines Wagens, betonte die Notwendigkeit einer starken Eigentümerstruktur: „Wir bei Sassuolo haben das Glück, die Familie Squinzi an unserer Seite zu haben. Das ermöglicht uns langfristige Planung und ist der Schlüssel zum Erfolg.“
Suwarso, ebenfalls per Video, ergänzte, dass der Fußball sich von anderen Geschäftsmodellen unterscheidet: „Investitionen werden nicht immer direkt wiedervereinnahmt. Bei Como, einem Start-up-Club, ist Kreativität ebenso gefragt wie Ausgeglichenheit.“

Jugendförderung und geschäftsmodelle: ein gemeinsamer nenner
Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe – Como als aufstrebender Klub, Sassuolo als etablierter Verein – verbindet die beiden Clubs einiges. Beide setzen auf die Förderung junger Talente und verfolgen innovative Geschäftsmodelle. Francesco Palmieri, der Sportdirektor von Sassuolo, war physisch anwesend und betonte die Bedeutung nachhaltiger Strukturen. Die Familie Squinzi, so Carnevali, habe bereits vor dreizehn Jahren mit einer Marketingidee einen neuen Weg eingeschlagen, ähnlich wie Como es heute versucht.
Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Como-Klub im Jugendbereich. Trotz des geringen Einsatzes italienischer Spieler in der ersten Mannschaft, hat die Academy des Vereins bereits zwei Spieler an die italienische U17-Nationalmannschaft und drei an die U19-Nationalmannschaft abgegeben. Verantwortlich dafür ist unter anderem Osian Roberts, der Leiter der Talententwicklung, der auch die Trainer des Vereins ausbildet.
„Für uns ist Sassuolo ein Vorbild, ein langfristiges Projekt“, erklärte Suwarso. „Wir wollen unser Geschäftsmodell durch Merchandising, Konsumgüter und Tourismus weiter ausbauen. Der Comer See bietet uns dabei einzigartige Möglichkeiten, Como zu einer Marke zu machen.“ Carnevali ergänzte, dass es darum gehe, ein Modell zu schaffen, das sowohl erfolgreich als auch unterhaltsam ist und über Jahre hinweg Bestand hat.
Die Diskussion spiegelte wider, dass der Fußball vor großen Herausforderungen steht. Der Talentmangel und die komplexen Bestimmungen stellen die Vereine vor Probleme. Doch Como und Sassuolo zeigen, dass mit Kreativität, Engagement und einer klaren Vision auch im modernen Fußball erfolgreich sein kann. Die Zukunft des Fußballs, so scheint es, wird von Vereinen geprägt, die sowohl wirtschaftlich solide als auch sportlich erfolgreich sind – und die den Spaß am Spiel nicht vergessen.
Am Ende stand die Feststellung, dass die italienische Liga dringend frischen Wind benötigt und Vereine wie Como und Sassuolo, die auf junge Talente und innovative Geschäftsmodelle setzen, eine wichtige Rolle bei der Erneuerung des Fußballs spielen können. Der Stau auf der A1 mag die persönliche Teilnahme von Carnevali und Suwarso verhindert haben, doch die Botschaft der Konferenz kam dennoch an: Der Fußball der Zukunft ist jung, kreativ und nachhaltig.
