Volkswagen: kurs auf kostenoffensive und elektromobilitätsschub!
Wolfsburg bebt! Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, hat gestern eine klare Strategie für die Zukunft des Konzerns präsentiert – eine Strategie, die sowohl ambitionierte Ziele als auch schmerzhafte Einschnitte beinhaltet. Der Fokus liegt auf schnellerer Entwicklung, Kostensenkung und einer massiven Flankierung im Bereich der Elektromobilität. Doch der Preis dafür ist hoch.
Neue plattformen, neue mentalität: der wandel bei vw
Blume machte deutlich, dass die Ära des „Auto in Deutschland bauen, in Europa produzieren, weltweit verkaufen“ endgültig vorbei ist. „Diese Erfolgsformel der Vergangenheit funktioniert heute nicht mehr“, betonte er auf der Jahreshauptversammlung. Stattdessen soll der Konzern bis 2030 der attraktivste Automobilhersteller werden – und das mit einem operativen Margenbereich zwischen 8 und 10 Prozent sowie einem signifikant höheren Netto-Cashflow. Ein ehrgeiziges Ziel, das einen radikalen Umbau erfordert.
Die Bilanz der vergangenen Jahre spricht für sich: Über 30 neue Modelle wurden bereits im Jahr 2025 auf den Markt gebracht, weitere 20 sind in diesem Jahr geplant. Besonders der europäische Markt zeigt eine beeindruckende Entwicklung: Der Absatz von Elektrofahrzeugen stieg hier um stolze 66 Prozent, was einem Marktanteil von 27 Prozent entspricht. Nun stehen die ersten Modelle der neuen Generation von Stadtautos an der Startlinie: Der Volkswagen ID. Polo, der ID. Cross, der Cupra Raval und der Škoda Epiq sollen die Elektromobilität für ein breiteres Publikum zugänglich machen.
Ein Deal mit China und Software-Revolution
Um die technologische Entwicklung voranzutreiben, setzt Volkswagen auf Kooperationen. Die Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern Xpeng soll die Grundlage für neue Modelle schaffen, die speziell auf den chinesischen Markt zugeschnitten sind. Zudem wird eine gemeinsame Plattform mit Rivian entwickelt, die sich auf Software-definierte Fahrzeuge konzentriert – ein entscheidender Schritt, um die Konkurrenzfähigkeit im digitalen Zeitalter zu sichern.

Schmerzhafte sparmaßnahmen und stellenabbau
Die ambitionierten Ziele können jedoch nur durch eine drastische Kostensenkung erreicht werden. Blume kündigte Sparmaßnahmen in Höhe von über sechs Milliarden Euro bis 2030 an. Das bedeutet: 50.000 Stellen müssen bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Tochter Cariad abgebaut werden. Besonders bei Volkswagen selbst sind mit über 35.000 Stellen die Einschnitte am größten – über 28.000 Stellen wurden bereits verbindlich gekündigt. Es ist ein bitterer Schritt, der die Belegschaft vor eine große Herausforderung stellt.
Die Vereinfachung der Modellpalette und der Nutzung weniger Plattformen und elektronischer Architekturen soll zudem die Produktionskapazitäten optimieren und die Effizienz steigern. Die Konzentration auf das Wesentliche ist das Credo der neuen Strategie. Der Fokus liegt auf den Stärken des Konzerns und der Entwicklung zukunftsweisender Technologien.
Die kommenden Jahre werden für Volkswagen entscheidend sein. Ob der Konzern seine ambitionierten Ziele erreichen und sich erfolgreich in der Transformation zur Elektromobilität positionieren kann, wird davon abhängen, wie konsequent die Umsetzung der neuen Strategie erfolgt und wie gut die Belegschaft den Wandel akzeptiert. Ein Umbruch, der die gesamte Automobilindustrie verändert.
