Skoda fabia 2026: drei zylinder, 23 km/l und ein koffer voller style

Milan – 23.350 Euro für einen Kleinwagen? Die neue Skoda Fabia Be More lacht über das Preisschild und serviert stattdessen 23 Kilometer auf einem Liter Super, ein Pantone-Grün namens Green Flow und einen Crash-Baggage-Koffer im selben Ton. Ende der Durchsage? Noch lange nicht.

Warum die fabia plötzlich wieder sexy ist

Die Tschechin hat ihre Midlife-Operation genutzt, um zwei alte Ausstattungsnamen zu beerdigen. Young Edition und 130 Edition sind Geschichte, Your Way und Be More regieren ab 2026. Letztere ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Texts, weil sie beweist, dass Downsizing noch immer funktionieren kann – wenn man es richtig macht.

Unter der kurzen Haube werkelt der bekannte 1.0 TSI mit 95 PS, an meinem Testwagen gekoppelt an ein fünfstufiges Handschaltgetriebe. Keine Sekunde habe ich die fehlende seite Gang vermisst. Bei 130 km/h dreht der Dreizylinder 3.000 Touren, summt wie ein geduldiger Biene und saugt dabei 4,3 Liter Super – 23 km/l auf dem Boardcomputer, kein Labortrick.

Der alltagscheck: 2.200 km ohne kompromisse

Der alltagscheck: 2.200 km ohne kompromisse

Vor meiner Woche stand der Tageskilometerzähler bei 2.200 km, gesammelt von Kollegen, die für Fotos auf dem Gas standen. Der Bordcomputer zeigte trotzdem 17,8 km/l. Vergleichswert: Bei anderen B-Segmentern kollabiert der Schnitt bei harter Reportagearbeit auf 13 km/l. Die Coda: Der kleine Turbo trinkt nur, wenn man ihn zwingt.

Im Stadtverkehr pendelt sich der Verbrauch bei 5,2 Liter ein, auf der Landstraße bei 4,0. Wer konstant 110 km/h fährt, schafft die magische 20er-Marke. Kein Wunder, dass der 40-Liter-Tank eine Reichweite von knapp 800 Kilometern erlaubt – das reicht von Mailand nach Barcelona und zurück, ohne Zwischenstopp.

Insider-details, die sich rechnen

Insider-details, die sich rechnen

Die Be More kostet 1.950 Euro mehr als die Basis-Selection, liefert dafür aber 16-Zöller, getönte Scheiben ab der B-Säule, schwarze Dach- und Spiegelkappen sowie drei Jahre Fernzugriff per App. Obendrauf gibt es lordosenstützenden Fahrersitz, höhenverstellbaren Beifahrersitz und einen beleuchteten Handschuhfachdeckel. Klingt nach Marketing, spart aber echtes Geld, wer sonst Nachrüstungen würde einbauen lassen.

Kritikpunkt: Der Tempomat-Wipper sitzt am Blinkhebel, wo ihn vor allem Italiener ständig mit dem Fernlicht verwechseln. Eine Lösung kostet Centbeträge, aber offenbar hat hier jemand auf den letzten Drücker gespart.

Fahrbericht: klein, aber kein kindergarten

Fahrbericht: klein, aber kein kindergarten

Die MQB-A0-Plattform spult ihre Hausaufgaben ab. Lenkung präzise, Dämpfung komfortabel, Spurhaltung souverän. Der Kurzhubber zieht ab 1.600/min durch, lässt sich aber auch unterhalb nicht erbarmungslos ausnehmen. 0–100 km/h in 10,7 Sekunden liest sich bescheiden, reicht aber für Überholmanöver auf Landstraßen, ohne dass man zweimal runterschalten muss.

Der Kofferraum schluckt 380 Liter, umgeklappt 1.190 Liter. Das reicht für zwei Koffer à 32 kg und noch zwei Trolleys – oder für ein komplettes Torwart-Equipment inklusive Ersatztrikots. Die Crash-Baggage-Kooperation liefert übrigens genau so einen Trolley mit, farblich auf das Green-Flow-Metallic abgestimmt. Ein Gimmick? Ja. Funktional? Auch ja.

Preise und lieferzeiten: so steht’s um die bestellung

Preise und lieferzeiten: so steht’s um die bestellung

Wer jetzt bestellt, bekommt laut Händlerkreisen den Wagen noch 2025 zugeliefert. Einstieg bei 20.700 Euro für den saugenden 1.0 MPI, Spitze bei 32.750 Euro für die 1.5 TSI mit 150 PS und DSG-Automatik. Die getestete Be More steht bei 23.350 Euro, kann aber mit saisonalen Rabatten auf 22.000 Euro fallen. Leasing? 199 Euro monatlich bei 48 Monaten und 10.000 km Laufleistung, ohne Anzahlung.

Die Konkurrenz schaut alt aus: Polo kostet vergleichbar mehr, Ibiza wirkt plastiklastig, Clio verbraucht mehr. Wer Wert auf Raum, Laufkultur und Vernunft legt, kommt an der Fabia nicht vorbei – zumindest nicht, bis der elektrische Epiq 2026 die Bühne betritt.

Fazit: ein kleiner wagen mit großer gelassenheit

Fazit: ein kleiner wagen mit großer gelassenheit

Die Skoda Fabia Be More ist keine Rakete, aber eine leise Revolution im Kleinwagen-Dschungel. Sie zeigt, dass man mit 95 PS, 23 km/l und einem Koffer voller Style durchaus glücklich werden kann – vor allem, wenn das Tempomat-Problem im nächsten Facelift verschwindet. Bis dahin hilft einfaches Mittel: Blinkhebel meiden, rechte Fuß vernünftig einsetzen, Tankkarte zu Hause lassen. Die Zahlen sprechen für sich: 800 Kilometer Reichweite, 1.159 kg Leergewicht, ein Lächeln pro Liter. Mehr Sportlichkeit geht nur mit dem Montecarlo-Paket, mehr Vernunft gibt’s nicht.