Polestar 3 im test: größe und komfort, aber mit abstrichen bei reichweite und alltagstauglichkeit

Polestar 3: eine neue größe im elektro-suv-segment

Mit dem Polestar 3 betritt der schwedische Hersteller einen neuen Markt. Das SUV ist imposant in seinen Dimensionen und zeichnet sich durch ein markantes Design und eine bemerkenswerte Laufruhe aus. Doch überzeugt das Fahrzeug in allen Disziplinen? Unser Testbericht liefert die Antworten. Derzeit plant Polestar, in den nächsten drei Jahren vier neue Modelle auf den Markt zu bringen. Bis dahin konzentriert sich die Marke auf die bereits erhältlichen Modelle 2, 3 und 4.

Preise und varianten des polestar 3

Preise und varianten des polestar 3

Der Polestar 3 mit Hinterradantrieb startet bei 85.900 Euro. Das Angebot umfasst drei Varianten: die Einstiegsvariante mit 299 PS, die von uns getestete Version, sowie zwei Allradmodelle mit 489 PS (92.900 Euro) und 517 PS (99.900 Euro). Die leistungsstärkste Variante trägt die Bezeichnung „Long Range Performance“.

Design: auffällig und modern

Design: auffällig und modern

Der Polestar 3 besticht zunächst durch sein unkonventionelles Design. Mit einer Länge von 4,90 Metern, einer Breite von fast 2 Metern und einer Höhe von 1,62 Metern ist er ein großes SUV, aber mit einer coupéartigen Heckpartie. Die Front wird durch T-förmige Scheinwerfer, eine lange Motorhaube (unter der sich 32 Liter Stauraum für Ladekabel befinden) und eine klare Linienführung geprägt. Seitlich fallen die Radläufe, die Kontrastfarbenen Seitenschweller, die Spiegelkameras und die bis zu 22 Zoll großen Räder ins Auge. Am Heck sorgen ein spezieller Spoiler, die durchgehende Leuchtleiste und die ausgestellte Stoßstange für einen besonderen Look.

Innenraum: minimalistisch und hochwertig

Innenraum: minimalistisch und hochwertig

Der Innenraum des Polestar 3 überzeugt durch eine minimalistische, aber dennoch hochwertige Verarbeitung. Die elektronisch verstellbaren und beheizbaren Sitze sind komfortabel und bieten auch im Fond ausreichend Platz, insbesondere durch den flachen Boden. Allerdings gibt es auch Abstriche bei der Alltagstauglichkeit: Warum beispielsweise muss die Bedienung des Handschuhfachs in einem Untermenü des 14,5-Zoll-Displays versteckt werden? Auch die Bedienung des Schlüssels ist gewöhnungsbedürftig: Statt eines herkömmlichen Schlüssels gibt es eine Karte und eine kleine Box, die in der Mittelkonsole platziert werden muss.

Technische daten und fahrleistungen

Technische daten und fahrleistungen

Der Polestar 3 basiert auf einer dedizierten Elektroplattform (SPA2), die er sich mit dem Volvo EX90 teilt. Er verfügt über eine 400-Volt-Architektur und eine maximale Ladeleistung von 250 kW (10-80% in ca. 30 Minuten). Die Version mit Einzelmotor leistet 299 PS und 490 Nm. Die Batterie hat eine Kapazität von 111 kWh (brutto) bzw. 107 kWh (netto). Das Fahrzeug wiegt ca. 2,6 Tonnen, was sich auf den Verbrauch auswirkt. Die Reichweite wird mit 706 km (WLTP) angegeben, wir erreichten jedoch nur 360 km im Test.

Fahrverhalten und komfort

Fahrverhalten und komfort

Der Polestar 3 mit Einzelmotor ist eher auf Komfort als auf Sportlichkeit ausgelegt. Wer mehr Leistung wünscht, kann sich für die Allradversionen mit Luftfederung entscheiden. Die Geräuschdämmung ist gut, die Laufruhe hoch und die Materialien im Innenraum hochwertig. Allerdings schwingt die Reichweitenangst mit, da der Verbrauch mit 28 kWh/100 km relativ hoch ist. Auf der Autobahn bei 130 km/h sind es sogar 35 kWh/100 km. Im Stadtverkehr konnten wir 24 kWh/100 km erreichen, aber Werte unter 20 kWh/100 km sind mit den 22-Zoll-Rädern schwer zu realisieren.

Vor- und nachteile im überblick

Vor- und nachteile im überblick

  • Vorteile: Hoher Komfort, Laufruhe, hochwertiger Innenraum, markantes Design
  • Nachteile: Geringe Reichweite (ca. 360 km im Test), hoher Preis, gewöhnungsbedürftige Bedienung, eingeschränkte Alltagstauglichkeit