Monza rettet sich in die formel-1-zukunft – stadtrat segnet 250-millionen-upgrade ab

Der Tempel der Geschwindigkeit bekommt ein Dach über den Boxen und eine neue Kommandozentrale. Der Gemeinderat von Monza stimmte am Mittwochabend mit nur einer Gegenstimme für die 250-Millionen-Euro-Modernisierung des Autodromo Nazionale – ein Schachzug, der den Klassiker im Formel-1-Kalender vor dem Aus bewahrt.

Die stimmen hinter dem fast einstimmigen votum

Giuseppe Redaelli, Präsident der Rennstrecke, atmete nach der Abstimmung tief durch. „Das Votum beweist: Monza versteht, dass Motorsport hier Kulturgut ist“, sagte er. Hinter ihm stehen nicht nur Politiker, sondern ein ganzes Netzwerk: Automobile Club d’Italia, zwei Ministerien, die Region Lombardei, der Parco di Monza und viele kleinere Behörden. Ohne sie wäre die Baugenehmigung für die permanente Überdachung der Boxengasse, die neue Rennleitung und den nagelneuen Presseclub nie zustande gekommen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Pro Grand-Prix-Wochenende strömen 200 000 Fans in die 5,8-Kilometer-Strecke, lassen 250 Millionen Euro in Hotellerien, Restaurants und Souvenirshops. Ein einziger Event generiert so viel Einkommen wie ein halbes Jahr Tourismus am Gardasee.

Warum liberty media ohne diese baustelle drohte abzuhauen

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Die Formel-1-Gesellschaft hatte Monza unmissverständlich klar gemacht: Wer 2026 noch einen Vertrag will, muss tribünentaugliche Infrastruktur bieten – wetterfest, glasfaserverlegt, barrierefrei. Die alte Betonklamotte aus den 50er-Jahren erfüllt keinen einzigen Punkt der modernen Standards. Ohne Dach drohte Regen auf die Boxen, ohne neue Rennleitung keine Live-Daten, ohne Presseclub keine internationalen Medien. Die Konkurrenz schläft nicht: Madrid, Las Vegas und Katar bieten Spielstätten, die wie Raumstationen wirken.

Die Uhr tickte. Liberty Media hatte Alternativen, Monza aber nur diesen einen Tempel. Also packte die Stadtverwaltung die Schaufel aus, bevor die Frist im Juni abläuft. Bauarbeiten sollen direkt nach dem Grand Prix 2025 beginnen, damit 2026 alles steht – pünktlich zum neuen Concorde-Agreement.

Redaelli klang nach der Abstimmung wie ein Mann, der gerade ein Rennen auf der letzten Runde gewonnen hat: „Wir haben nicht nur Asphalt erneuert, wir haben unsere Zukunft gesichert.“ Die Tifosi werden weiter ihre roten Fahnen schwenken, die Motoren werden weiter auf der alten Parabolica brüllen. Monza bleibt – aber nur, weil es jetzt auch ein Dach über den Köpfen der Mechaniker gibt.