Ilzer schickt hoffenheim mit vollgas in die champions-league-kurve

Christian Ilzer lässt den Cadillac aufheulen. Drei Spieltage vor Schluss steht der Trainer der TSG Hoffenheim vor der Kurve seines Lebens – und gibt Vollgas. „Jetzt geht es final um die Preise“, knallt der 47-jährige Steirer vor dem Showdown beim VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr/Sky). Baden-Württembergs Derby Nummer zwei dieser Saison ist zugleich die letzte offene Schalterfrage: Wer fährt 2026/27 in die Königsklasse, wer muss um den Umweg bangen?

Stuttgart vs. sinsheim – ein punkt trennt traum und trostpokal

Tabellenplatz vier gegen fünf, 59:55 Tore gegen 55:51 – die Zahlen sind so eng wie die A81 zur Rushhour. Gewinnt die TSG im Mercedes-Benz-Arena, übernimmt sie die Pole Position. Verliert sie, droht der fünfte Rang – und damit ein Poker, ob Bayern und Freiburg in den europäischen Halbfinaleinsätzen gegen Atlético und Rayo Vallecano noch patzen. Ilzer pfeift auf Rechnerei: „Wir haben uns gezielt auf dieses Spiel vorbereitet. Es geht noch um richtig was.“

Der Österreicher muss auf die gesperrten Grischa Prömel und Robin Hranac verzichten – ein Abriss im Mittelfeld, der seine Aufstellung verändert. Dafür kann er auf Andrej Kramaric bauen, der gegen Stuttgart schon 13 Mal traf, und auf einen Kader, der laut Ilzer „den von vielen prognostizierten Abstiegskampf vermieden“ hat. Statt Grundschuld gibt’s Selbstbewusstsein: „Wir wissen, dass wir Gewinner sind.“

Hoeneß will den pokal – und ilzer den himmel

Hoeneß will den pokal – und ilzer den himmel

Auf der Gegenseite sitzt mit Sebastian Hoeneß der Ex-TSG-Coach, der mit dem VfB bereits den Pokal holte und am 30. Mai erneut im Finale steht. Für Hoeneß wäre Platz vier die Versicherung, dass er neben dem Pokal auch die Champions-League-Hymne hören darf. Für Ilzer wäre es die Krönung eines Jahres, in dem er aus dem Team der „kleinen TSG“ eine europäische Macht formte.

Die Metapher des Tages liefert der TSG-Trainer gleich mit: „Wir sitzen im Cockpit eines Cadillac. Vor uns liegt eine kurvenreiche Straße. Am Horizont ist ein schöner Berg mit Champions-League-Aura zu erkennen. Auf dem Handy kommen Nachrichten von Haaland und Mbappé rein. Aber wenn wir auf das Handy schauen, besteht die Gefahr, einen Unfall zu bauen. Deshalb schauen wir auf die Straße.“

Übersetzt: Keine Ablenkung, kein Rechenschieben, nur Fußball. 90 Minuten, die über Saisonziele, Millionenprämien und internationale Bühne entscheiden. Stuttgart will die Dreifach-Belastung vermeiden, Hoffenheim den Sprung in den erlauchten Kreis der Klasse-Liga. Wer am Samstag nach 17.30 Uhr jubelt, spielt im Sommer mit den Großen. Wer verliert, muss hoffen – oder den Umweg über die Europa League nehmen.

Die TSG hat ihren Cadillac gestartet. Jetzt zeigt sich, ob er die Kurve kriegt.