Hyundai ceo: wettbewerb mit china erfordert mehr als nur geschwindigkeit

José Muñoz, der spanische Ingenieur und neue Vorstandsvorsitzende von Hyundai Motor Company, hat in Le Mans deutlich gemacht: Die Automobilindustrie steht vor einer Zäsur. Während Hyundai weiterhin an allen Antriebsformen festhält, sieht Muñoz vor allem in der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Hersteller eine zentrale Herausforderung. Sein Auftritt am Rande der 24 Stunden von Le Mans war dabei weniger ein PR-Event, sondern eine strategische Standortbestimmung.

Die chinesische herausforderung: mehr als nur niedrige preise

„Wenn ich mir die chinesischen Hersteller anschaue, muss ich feststellen, dass sie enorme Fortschritte gemacht haben“, erklärte Muñoz. „Sie haben europäische Designer, eine wachsende Qualität und vor allem eine unglaublich schnelle Lieferkette für Komponenten aufgebaut. Der Preis ist natürlich ein Faktor, aber er ist nicht alles.“ Muñoz betonte, dass Hyundai auf eine vertikale Integration setzt, um schneller und effizienter zu agieren – von der Stahlproduktion über die Logistik bis hin zur eigenen Bank. „Wir müssen schneller sein, aber nicht auf Kosten der Qualität und Rentabilität.“

Europa bleibt wichtig, italien eine herausforderung

Europa bleibt wichtig, italien eine herausforderung

Trotz der wachsenden Bedeutung des nordamerikanischen Marktes bekräftigte Muñoz die Wichtigkeit Europas. „Europa war traditionell ein Schlüsselmarkt für uns, und das bleibt so. Aber in einem hart umkämpften Umfeld müssen wir in Italien deutlich besser werden, um Stellantis und den chinesischen Herstellern Paroli zu bieten.“ Die globale Rentabilität von Hyundai sei zwar gestiegen, dennoch sehe er Italien als eine besondere Herausforderung, die durch eine verbesserte Vertriebsstrategie bewältigt werden müsse. „Wir wollen profitabel denken und handeln, nicht nur Volumen verkaufen.“

Die zukunft der antriebstechnologien: flexibilität ist trumpf

Die zukunft der antriebstechnologien: flexibilität ist trumpf

Die Debatte um die Elektrifizierung der Mobilität ist noch lange nicht abgeschlossen. Muñoz wies darauf hin, dass die kurzfristige Aufgabe von Elektroautos für einige Hersteller teure Fehler zur Folge hatte. „Unsere Strategie ist, alle Antriebsformen parallel zu entwickeln und anzubieten. Das gilt nicht nur für Europa, sondern weltweit.“ Er verwies auf die rückläufigen Verkaufszahlen von Elektroautos in den USA nach Auslaufen der staatlichen Förderungen, während gleichzeitig die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen aufgrund steigender Benzinpreise stark anstieg. „Flexibilität ist der Schlüssel. Wir produzieren auf einer Linie bis zu sechs verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Antriebsarten.“

Hyundai setzt weiterhin auf eine breite Palette an Antriebstechnologien, von Verbrennungsmotoren über Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge bis hin zu Wasserstoffantrieben. Die Erfahrung, die das Unternehmen bei den Motorsport-Einsätzen, wie beispielsweise bei den 24 Stunden von Le Mans mit Genesis, sammelt, fließt direkt in die Entwicklung zukünftiger Modelle ein.