Ferrari beschleunigt entwicklung: 30 ps mehr für spielberg?
Maranello bangt zurück! Nach anfänglicher Skepsis plant Ferrari eine zweistufige Offensive, um den Leistungsrückstand gegenüber der Konkurrenz zu verkürzen. Das Ziel: Bereits beim Heimrennen in Monza deutliche Fortschritte zu demonstrieren und in Spielberg erstmals die Früchte der neuen Entwicklungsstrategie zu ernten.
Fia-entscheidung verändert die kräfteverhältnisse
Die jüngste Entscheidung der FIA, das Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Elektropower in den Antriebssträngen zu verändern, hat die Formel-1-Welt aufgemischt. Ab nächstem Jahr soll der Verbrennungsmotor einen größeren Anteil (58%) an der Gesamtleistung liefern, während der Elektromotor auf 42% reduziert wird. Diese Neuerung, die maßgeblich von Mercedes vorangetrieben wurde, stieß bei Ferrari und Audi auf Widerstand, da sie die bisherigen Investitionen in die Entwicklung der Hybridgetriebeteile gefährden könnte.
Doch nun scheint Ferrari die Wende zu akzeptieren und nutzt die neuen Möglichkeiten, die durch die sogenannten ADUOs (Additional Development Units) geschaffen wurden. Diese zusätzlichen Entwicklungskomponenten wurden nach dem Monaco-Grand-Prix an die Teams verteilt, basierend auf einer Leistungsanalyse der vergangenen fünf Rennen.
Red Bull als Überraschung: Keine ADUOs für Ford Powertrains
Ein überraschendes Detail: Red Bull-Ford Powertrains wurde als Referenzmotor eingestuft und muss daher auf zusätzliche Entwicklungsleistungen verzichten. Mercedes hingegen wurde mit einem Leistungsdefizit von knapp 2% bewertet und darf sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr auf Entwicklungsarbeit setzen. Die Ferrari-Antriebseinheit weist demnach ein Defizit zwischen 4 und 6% auf, was dem Team zwei zusätzliche Entwicklungszyklen in dieser und der nächsten Saison ermöglicht.

Zwei phasen der entwicklung: spielberg und monza im fokus
Ferrari hat einen klaren Plan für die Weiterentwicklung des aktuellen Antriebs: Zunächst soll beim Grand Prix von Österreich (28. Juni) die dritte Antriebseinheit eingesetzt werden. Der eigentliche Schub soll jedoch mit der Einführung der vierten Einheit beim Heimrennen in Monza erfolgen. Diese Entwicklungsphasen erlauben nicht nur Modifikationen an der äußeren Struktur, sondern auch an den inneren Komponenten und versprechen einen Leistungsgewinn von rund 30 Pferdestärken. Das wäre ein enormer Schritt, um den Abstand zum führenden Feld deutlich zu verringern.
Die Entscheidung, die erste Entwicklung bereits in Österreich einzuführen, basiert auf einer genauen Analyse der Streckenprofile. Spielberg, Silverstone und Spa-Francorchamps im Juli wurden als besonders kritische Rennen identifiziert, insbesondere in Bezug auf das Energiemanagement. Mit den geplanten Modifikationen will Ferrari seine Position im Klassement verbessern und bereits vor der Sommerpause einen deutlichen Leistungsschub erzielen. Die Scuderia setzt alles auf eine Karte, um den Rückstand aufzuholen und die Konkurrenz erneut herauszufordern.
