Honda n-van compo: mini-camper für minimalisten?
Japanische Ingenieurskunst trifft auf Camping-Fieber: Der Honda N-Van Compo von White House Camper katapultiert das Konzept des kompakten Campers auf ein neues Level. Ein Blick auf dieses Mikrowagens-Wunder, das aktuell nur in Deutschland erhältlich ist, wirft Fragen auf: Ist es der ultimative minimalistische Camping-Traum oder doch nur ein nettes Spielzeug für die Ewigkeit?
Winzig, aber oho: der n-van compo im detail
Die Basis bildet der Honda N-Van, ein Kei Car, das in Japan aufgrund seiner geringen Abmessungen (3,40 Meter Länge) sehr beliebt ist – sogar 30 Zentimeter kürzer als die gute alte Fiat Panda! White House Camper hat diesen Kleinwagen in ein überraschend gut ausgestattetes Wohnmobil verwandelt. Das Ergebnis ist ein Raumwunder, das trotz seiner Größe mit cleveren Lösungen punktet. Ein dreiteiliges Bett, bestehend aus zwei Einzelbetten und einem Doppelbett, lässt sich in wenigen Handgriffen einrichten.
Das Interieur: Mehr als man erwartet
Wer erwartet, in einem Fahrzeug dieser Größe auf Luxus zu verzichten, wird überrascht sein. Ein Mikrowellenherd, integriert in einer Nische nahe der Heckklappe, ein Kühlschrank, zwei Spülbecken und eine effiziente Heizung sorgen für Komfort. Ein Sonnendach bietet Schatten und erweitert den Wohnraum zusätzlich. Die Ausstattung lässt sich in drei Versionen wählen: Cabin (Basisausstattung), Style-One (mit Frischwasser-Tank und Sonnendach) und Style-Two (mit Küchenblock auf der Seite und zusätzlichen Stauräumen).
Die japanische Lösung mit einer seitlichen Schiebetür ohne mittlere Säule, die bereits bei Renault Kangoo ihren Auftritt hatte, optimiert den Zugang zum Fahrzeug erheblich. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Ein Badezimmer ist in diesem Raumwunder schlichtweg unmöglich unterzubringen.

Motorleistung und preis: zwischen hürde und hoffnung
Unter der Haube arbeitet ein 660-ccm-Motor, der in zwei Varianten erhältlich ist: ein Saugmotor mit 54 PS und ein Turbomotor mit 63 PS. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt respektable 90 km/h – mehr als ausreichend für gemütliche Fahrten auf Landstraßen. In Japan startet der N-Van bei rund 8.000 Euro, doch die Allestierung von White House Camper treibt den Preis auf 16.500 Euro nach oben – ein Preis, der sich mit dem einer Dacia Spring vergleicht.
Das größte Problem: Die Europäische Homologation
Derzeit ist der N-Van Compo lediglich in Deutschland verfügbar. Die größte Hürde ist die fehlende Europäische Homologation. Der komplizierte Prozess macht den Import und die Zulassung in der EU nahezu unmöglich. Ob das jemals anders sein wird, bleibt abzuwarten. Die Nachfrage ist jedoch da – und das spricht Bände.
Die Entscheidung für oder gegen den Honda N-Van Compo hängt letztlich vom individuellen Bedarf und der Bereitschaft ab, Kompromisse einzugehen. Wer einen minimalistischen Camping-Traum sucht und auf den Luxus eines Badezimmers verzichten kann, findet hier einen ungewöhnlichen und cleveren Begleiter für Abenteuer auf kleiner Flamme. Die Frage ist nicht, ob er praktisch ist, sondern ob er das Herz erobert – und das tut er mit seinem charmanten Kleinwagen-Charme.
