Atlético überlebt das camp nou – barcelona scheitert trotz 3:0
Gedemütigt, aber weiter. Atlético Madrid verliert das Copa-del-Rey-Halbfinale im Camp Nou mit 0:3 – und zieht dennoch ins Finale ein. Das 4:0 aus dem Hinspiel im Metropolitano war einfach zu viel, als dass Flicks Jungs das noch hätten drehen können. Am 18. April in der Cartuja von Sevilla wird der Titelverteidiger fehlen. Atletico ist drin.
Barcelonas belagerung ohne belohnung
Hans-Dieter Flick schickte eine Elf voller Tempo, Hunger und jugendlicher Unbekümmertheit auf den Rasen. Schon nach 76 Sekunden zischte ein Rechtsschuss von Fermín an die Latte von Musso – dem Ex-Atalanta-Keeper, der an diesem Abend das Tor der Colchoneros hütete. Ein Warnschuss, der verpuffte. Aber Barcelona ließ nicht locker. Die Katalanen drückten Atlético tief in die eigene Hälfte, schossen aus allen Lagen, und das Wichtigste: Sie ließen den gefährlichen Kontern von Lookman, Giuliano und Julian kaum Raum. Das war kein Zufall. Das war Matchplan.

Lamine yamal dreht auf – und marc bernal trifft doppelt
Der Wind im Camp Nou war ungemütlich, und Lamine Yamal brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden. Aber dann, in der 29. Minute, war er schlicht nicht zu stoppen. Ecke von rechts, Seitenwechsel, Lookman wie eine Eckfahne stehen gelassen – und von der Grundlinie legte der 18-Jährige den Ball perfekt auf Marc Bernal auf, der nur noch einschieben musste. Griezmann streckte verzweifelt beide Zeigefinger aus: Zwei Spieler, eine Lücke, ein Tor. Yamal verbuchte damit seinen 15. Saisonassist. Gesegnetes Talent.
Kurz vor der Pause folgte das 2:0. Marcos Llorente spielte Lookman frei, der Nigerianer köpfte – und vergab die einzige echte Chance seiner Mannschaft kläglich. Die Strafe kam prompt: Pubill riss Pedri im Strafraum um, Raphinha trat an und verwandelte eiskalt. Halbzeit, 2:0 – und das Gesamtergebnis stand bei 2:4. Noch zwei Tore nötig. Eine Mission, die an diesem Abend niemand ernsthaft glauben konnte.

Bernal macht das dritte – atlético klammert sich durch
In der zweiten Hälfte verlor Flick nacheinander Koundé und dessen Ersatz Baldé durch Verletzungen – alle Wechseloptionen waren aufgebraucht. Trotzdem fand Barcelona in der 72. Minute das 3:0: Bernal wieder, diesmal per Kopf nach einer Flanke von Cancelo. Araujo kam und spielte als Mittelstürmer. Aber der Kraftstoff war leer.
Atlético hielt stand. 15 Ecken zu null – das sagt alles über die Kräfteverhältnisse auf dem Platz. Die Colchoneros klammerten sich mit allem, was der Cholismo zu bieten hat: Körper, Wille, Ordnung. Kein schönes Spiel. Aber ein Finale.

Cholo wartet auf den sieger des baskischen derbys
Diego Simeone und sein Team kehren zum ersten Mal seit 2013 in ein Copa-del-Rey-Finale zurück – damals gewannen sie im Bernabéu und beendeten damit José Mourinhos letztes Jahr in Madrid. Jetzt warten sie auf den Sieger von Real Sociedad gegen Athletic Bilbao, das morgen Abend ausgetragen wird. Matarazzos Mannschaft gewann das Hinspiel in San Mamés mit 1:0. Der Finalist steht also noch nicht fest.
Was feststeht: Barcelona hat in dieser Nacht alles gegeben und trotzdem verloren. Nicht gegen den Gegner auf dem Platz – sondern gegen das Ergebnis von vor zwei Wochen. Das Camp Nou hat gezittert, gebrannt, gedrückt. Es hat nicht gereicht. Atlético fährt nach Sevilla.
