Athletic club löst präsidentschaftswahlen aus – san mamés wird zur machtarena

Die Kommissarische Leitung des Athletic Club zieht die Reißleine. Am Freitag, dem 8. Mai 2026, öffnet San Mamés seine Tore – nicht für ein Fußballspektakel, sondern für ein Schaulaufen der Ego. Von 9 bis 21 Uhr entscheiden die Socios, wer künftig das Ruder in Bilbao übernimmt.

Die Fristen sind knapp, die Hürden hoch. Wer sich auf den Vorstandsposten wirft, muss bis spätestens 18. April unter Beweis stellen, dass fünf Prozent der stimmberechtigten Mitglieder hinter ihm stehen – und das bei einer Mindestmitgliedschaft von zehn Jahren für Präsident und Vize. Der Rest des Boards darf mit fünf Jahren Dauerschein antreten, muss aber die Quotenregel einhalten: 40 Prozent der Liste müssen dem unterrepräsentierten Geschlecht angehören. Wer glaubt, mit Kumpels und Kusengs die Macht zu erobern, erhält hier einen Korb.

Drei wege, eine stimme – aber nur einmal

Drei wege, eine stimme – aber nur einmal

Die Wahlkommission bietet ein digitalsiertes Drehbuch. Wer am 29. April um 12 Uhr noch keinen Online-Zugang beantragt hat, darf sich am 8. Mai anstellen – mindestens 18 Urnen warten im Stadion. Wer per Mausklick oder Briefwahl abstimmen will, verzichtet unwiderruflich auf den Gang ins heilige San Mamés. Kein Plakat, keine Fahne, keine Chants: Wahlkampf bleibt draußen.

Das Procedere ist ein Spiegel der Gesellschaft, die den Club trägt. Die Mitglieder können vom 30. März bis 8. April prüfen, ob sie überhaupt wahlberechtigt sind. Einspruch bis 13. April – sonst gilt das Txoko-Ticket als verbraucht. Die Zahren sind hart: 21 Köpfe maximal, neun minimal. Kleine Listen haben kaum Chancen, große müssen Geschlechter-Parität liefern.

Am Ende zählt nur eins: 50 plus eine Stimme. Wer sie hat, erbt ein Konto mit 131 Jahre Tradition, eine Arena, die brüllt wie kein Stadion Europas, und eine Fanbasis, die sich nicht beschwatschen lässt. Der Kalender tickt. In 14 Monaten wird Bilbao wieder rot-weiß pulsieren – diesmal nicht wegen eines Last-Minute-Treffers, sondern wegen eines Machtwechsels im Herzen der Stadt.