Athletic bilbao: trainer-chaos und fluktik – was passiert im frauenteam?
Bilbao – Ein Erdbeben erschüttert den Frauenfußball in Bilbao: Nur wenige Wochen vor Saisonbeginn muss der Athletic Club erneut den Trainerposten neu besetzen. Javi Lerga verlässt den Verein, und damit setzt sich eine besorgniserregende Entwicklung fort, die den baskischen Traditionsverein seit Jahren plagt.

Ein teufelskreis aus entlassungen und abgängen
Lerga, der nach einer vierjährigen Tätigkeit im spanischen Nationalteam übernahm, ist bereits der vierte Trainer in den letzten fünf Jahren, der das Ruder abwirft. Die Bilanz ist düster: Kein einziger der Vorgänger schaffte es, die magische 100-Spiele-Marke zu überschreiten. Lediglich Joseba Aguirre, zwischen 2015 und 2021 amtiert, erreichte mit 129 Partien und einem Liga-Titel eine gewisse Kontinuität – eine Insel der Ruhe im stürmischen Meer der Trainerwechsel.
Die Ursache des Problems liegt tiefer als nur in der Trainersuche. Auch die Spielerinnen scheinen unter der fehlenden Stabilität zu leiden. Immer wieder verlassen talentierte Kräfte den Verein, wie beispielsweise Nerea Nevado und Maite Zubieta, was die sportliche Entwicklung zusätzlich behindert. Der Präsident räumte in einer Pressekonferenz am Dienstag ein, dass trotz erheblicher Investitionen in die Jugendarbeit und die Talentförderung die Spielerinnen den Verein immer wieder verlassen.
Die Fankurve ist unzufrieden. Es ist ein Teufelskreis: Instabilität führt zu Abgängen, Abgänge erschweren den sportlichen Erfolg, und der fehlende Erfolg führt zu weiterer Instabilität. Mikel González, der Fußball-Direktor, hat Xabi Arrieta als Verantwortlichen für den Bereich bestimmt, doch dieser steht nun vor der Mammutaufgabe, einen neuen Trainer zu finden und gleichzeitig die Abwärtsspirale zu durchbrechen. Die Verantwortlichen müssen sich fragen, ob eine reine Trainerveränderung ausreicht, um den Turnaround zu schaffen.
“Es gab eine leichte Involvierung und ein kleines Stagnieren”, gestand der Präsident, was die kritische Lage unterstreicht. Die Abteilung muss nun nicht nur einen neuen Coach präsentieren, sondern auch eine Vision entwickeln, die über kurzfristige Lösungen hinausgeht und die langfristige Stabilität des Teams gewährleistet. Die Frage, ob Athletic Bilbao den Herausforderungen im Frauenfußball gewachsen ist, bleibt offen. Die bisherigen Anstrengungen, junge Spielerinnen zu fördern und zu integrieren, scheinen bisher nicht die gewünschte Frucht getragen zu haben.
Die Abgänge von Schlüsselspielerinnen und die häufigen Trainerwechsel hinterlassen tiefe Wunden. Die Fans sehnen sich nach Kontinuität, nach einer klaren Strategie und nach einem Team, das für Leidenschaft und Erfolg steht. Ob Athletic Bilbao diesen Wunsch erfüllen kann, wird die kommende Saison zeigen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Athletik muss handeln, und zwar jetzt.
